Der Zugersee wird mit Druckluft saniert

Gemeinsames Projekt der drei Anrainerkantone Schwyz, Zug und Luzern

Ab 2027 wird Druckluft in den Zugersee eingeblasen. (Foto: Stefan Zürrer)

Der Zugersee weist den höchsten Nährstoffgehalt aller grossen Schweizer Seen auf. Es werden dringend Sanierungsmassnahmen benötigt, um den Phosphorgehalt auf den gesetzlich geforderten Wert zu senken. Ab 2026 soll Druckluft in den See eingeblasen werden, um die Wasserzirkulation zu verbessern, Phosphor abzubauen und den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Die Kosten tragen die Anrainerkantone Zug, Luzern und Schwyz. Dafür beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat eine einmalige Ausgabenbewilligung in Höhe von 2.272 Mio. Franken für die Baukosten und eine jährliche Ausgabenbewilligung von 109'000 Franken für den Betrieb.

Hoher Phosphorgehalt im Zugersee
Der Zugersee weist mit einem Phosphorgehalt von knapp 80 mg Phosphor (P)/m3 den höchsten Nährstoffgehalt aller grossen Schweizer Seen auf und befindet sich in einem stark nährstoffreichen Zustand. Zudem ist die vertikale Zirkulation des Sees im Winter ungenügend. Die bisherigen see-externen Massnahmen zur Reduktion der Nährstoffbelastung aus Landwirtschaft und Siedlungsentwässerung reichen nicht aus, um den gesetzlich geforderten Zielwert von 30 mg P/m3 zu erreichen.

Die Zirkulation soll unterstützt werden
Als see-interne Massnahme zur Sanierung des Zugersees ist eine Zirkulationsunterstützung geplant, bei der im Winter Druckluft in das südliche Becken des Sees eingeblasen wird, um die vertikale Zirkulation des Wassers zu fördern. Diese Methode soll das im Tiefenwasser angesammelte Phosphor allmählich entfernen und gleichzeitig den Sauerstoffgehalt erhöhen. Die Massnahme wird seit Jahrzehnten erfolgreich in anderen Schweizer Seen eingesetzt. Ziel ist es, den Phosphorgehalt von derzeit 80 mg P/m3 auf langfristig 30 mg P/m3 zu senken und so die Wasserqualität und Lebensräume für Fische und andere Organismen zu verbessern. Die Zirkulationsunterstützung ergänzt die bereits eingeleiteten externen Massnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge und ist ein entscheidender Schritt zur nachhaltigen Gesundung des Zugersees.

Durch einen höheren Sauerstoffgehalt wird der Lebensraum für Fische und andere Wasserorganismen vergrössert. Modellrechnungen der EAWAG zeigen, dass die Wasserqualität langfristig nachhaltig verbessert wird und eine Schädigung der Biodiversität oder der Fischbestände nicht zu erwarten ist. Auch die Bevölkerung profitiert von einer besseren Wasserqualität. Die Freizeitnutzung des Sees bleibt uneingeschränkt möglich. Die landschaftlichen Auswirkungen sind gering, und es gibt keine Beeinträchtigungen der Schifffahrt. Die Zirkulationsunterstützung im Zugersee soll ab 2026 gebaut und bis Ende 2027 in Betrieb genommen werden, wobei die Bauherrschaft beim Kanton Zug liegt.

Finanzierung durch die Anrainerkantone
Die geplante Zirkulationsunterstützung im Zugersee wird Baukosten von voraussichtlich rund 11,2 Mio. Franken und jährliche Betriebskosten von etwa 608'000 Franken verursachen. Zur Überwachung der Auswirkungen auf den Zugersee ist von 2025 bis 2029 ein Seemonitoring geplant, welches zusätzlich rund 1,5 Mio. Franken kostet. Da der Bund, aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen, keine finanzielle Beteiligung leistet, übernehmen die drei Kantone die gesamten Kosten. Die Kostenverteilung erfolgt gemäss dem bestehenden Kostenteiler, der auf den Einzugsgebietsflächen der Anrainerkantone basiert. Demnach trägt der Kanton Schwyz 18 % der Kosten. Der Regierungsrat beantragt dafür dem Kantonsrat die einmalige Ausgabenbewilligung in Höhe von 2.272 Mio. Franken für die Baukosten und das Monitoring sowie eine jährliche Ausgabenbewilligung von 109'000 Franken für den Betrieb der Massnahmen.

Staatskanzlei


Landesstatthalter Sandro Patierno
Vorsteher Umweltdepartement
+41 41 819 21 00