Schwyzer Einsatz gegen Littering

Wie Gemeinden, Schulen und Freiwillige für saubere öffentliche Räume sorgen

Littering gefährdet Tiere und Pflanzen. (Bild: iStock)

Unter Littering versteht man das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen in öffentlichen Räumen und der Natur. Littering gefährdet nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern trägt auch zur Verschmutzung von Gewässern und Böden bei. Die finanziellen Folgen des Litterings sind erheblich. Die Reinigungskosten belaufen sich gemäss Bundesamt für Umwelt schweizweit jährlich auf ca. 200 Millionen Franken. Mit Sensibilisierungsmassnahmen wie beispielsweise Informationskampagnen und Raumpatenschaften sollen das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt und das Littering nachhaltig reduziert werden.

Um die Situation zu verbessern, fördern Gemeinden und Städte sogenannte Raumpatenschafts-Projekte. Dabei übernehmen Einzelpersonen, Gruppen, Vereine oder Schulklassen die Verantwortung für ein festgelegtes Gebiet. Die Raumpaten reinigen dieses regelmässig von herumliegendem Abfall. Die Massnahme ist kostengünstig, entlastet den Reinigungsdienst und reduziert nachweislich das Littering. Durch das regelmässige Aufräumen sind die betreuten Gebiete sauberer. Dadurch steigt die Hemmschwelle, Abfall liegen zu lassen. Zudem helfen die sozialen Kontakte der Raumpaten mit der Bevölkerung, auf das Thema Littering aufmerksam zu machen.

Schwyzer Raumpatenschaften
In mehreren Gemeinden des Kantons Schwyz sind solche Projekte bereits erfolgreich etabliert. In Schübelbach zum Beispiel initiierte der Umweltschutzbeauftragte zusammen mit dem Jobcoach für Arbeitsintegration der Gemeinde im Jahr 2019 die Aufräumaktionen. Während der Umweltschutzbeauftragte das Organisatorische wie die Gebietseinteilung, Materialorganisation und das Finanzielle erledigt, ist der Jobcoach für die Einarbeitung, Motivation und Kontrolle der Teilnehmenden aus Beschäftigungs- und Integrationsprogrammen zuständig. Diese übernehmen regelmässige Reinigungsrundgänge und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sauberkeit und Attraktivität der öffentlichen Räume. Zusätzlich sind weitere Freiwillige im Einsatz, die mit ihrem Engagement die Raumpatenschaft mittragen.

In der Gemeinde Schwyz hingegen übernehmen Primar- und Oberstufenklassen das Einsammeln von weggeworfenem Abfall. Den Schulklassen sind Sammelgebiete zugeteilt, in welchen sie mehrmals im Jahr liegengelassene Abfälle einsammeln. Als Anerkennung erhalten die Schülerinnen und Schüler einen kleinen Beitrag in die Klassenkasse. Die beiden Beispiele zeigen auf, wie individuell sich Raumpatenschaften ausgestalten lassen.

Das Umweltdepartement sowie zahlreiche weitere Gemeinden und Bezirke engagieren sich auf vielfältige Weise gegen Littering. Sei es in Schulen oder im Rahmen des nationalen Clean-Up-Day. Auf jeden Fall lebt das Engagement gegen Littering und für eine saubere Umwelt vom Einsatz der lokalen Bevölkerung – ob Jung oder Alt.

Littering bekämpfen
Der Kanton Schwyz setzt auf eine breite Palette von Massnahmen zur Bekämpfung von Littering. Im Vordergrund stehen Informations- und Sensibilisierungskampagnen, insbesondere in Schulen und in der Öffentlichkeit. Neben der Prävention nutzt der Kanton Schwyz auch das Instrument der Litteringbussen. Zur Unterstützung von Gemeinden, Organisationen und interessierten Privatpersonen stehen verschiedene Informationsplattformen zur Verfügung.

Einen Überblick über erfolgreiche Projekte und mögliche Massnahmen bietet die Plattform «Littering Toolbox» (www.littering-toolbox.ch) sowie die Website der Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt IGSU (www.igsu.ch).

Umweltdepartement


Peter Inhelder
Vorsteher Amt für Umwelt und Energie
+41 41 819 20 03
(erreichbar am Dienstag, 30. Juni 2026: 10:30 - 11:30 Uhr)