Ausgabenbewilligungen für zwei Strassensanierungen

Kantonsrätliche Kommission unterstützt die regierungsrätlichen Vorlagen

Drohnenansicht Rempen, Perimeterbeginn beim Betriebsgebäude des Kraftwerks Wägital. (Bild: BD)

Die Kommission für Bauten, Strassen und Anlagen unter der Leitung ihres Präsidenten, Kantonsrat Willi Kälin, beantragt dem Kantonsrat, der Erhöhung der Ausgabenbewilligung für die Sanierung und den Ausbau der Hauptstrasse Nr. 2b, Ober Nas – Rotschuo, Gersau, und der Ausgabenbewilligung für die Sanierung und den Ausbau der Hauptstrasse Nr. 392, Wägitalstrasse, Abschnitt Rempen, Vorderthal, zuzustimmen.

Die Hauptstrasse Nr. 2b in Gersau soll im Bereich Ober Nas bis Rotschuo auf einer Länge von rund 600 Metern saniert und ausgebaut werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, die Verkehrsführung für den Veloverkehr zu verbessern und die Strassenanlage an die Anforderungen einer leistungsorien-tierten Hauptstrasse anzupassen. Dafür hat der Kantonsrat im Juni 2025 eine Ausgabenbewilligung in der Höhe von 30.98 Mio. Franken gesprochen. Gestützt auf die inzwischen eingegangenen Offerten für die Bauhauptarbeiten zeigte sich, dass diese Ausgabenbewilligung für die Umsetzung des Projekts nicht ausreicht. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat daher eine Erhöhung der Ausgabenbewil-ligung um 6.2 Mio. Franken.

Prekäre Platzverhältnisse für den öffentlichen Verkehr auf der bestehenden Strasse Ober Nas - Rotschuo (Bild: BD)

Mehrkosten gegenüber dem Kostenvoranschlag beim Projekt Ober Nas – Rotschuo
Der erhöhte Finanzbedarf ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Die gestiegenen Kosten für Materialien, Energie und Transporte sowie die volatilen Rohstoffmärkte dürften sich erheblich auf die Unternehmerpreise ausgewirkt haben. Auch die aktuelle geopolitische Lage sorgt für Unsicherheiten, welche von den Anbietern in ihren Kalkulationen berücksichtigt werden. Zudem hat die anhaltend hohe Auslastung in der Baubranche zu einem deutlichen Anstieg der Preise geführt. Zahlreiche gleichzeitig laufende Infrastrukturvorhaben auf nationaler und regionaler Ebene wirken sich – insbesondere bei technisch anspruchsvollen Projekten – entsprechend unmittelbar auf die Angebotspreise aus. Die Neubeurteilung der Kostenpositionen ergibt eine Erhöhung der Gesamtkosten um 6.2 Mio. Franken.

Gleich wie der Regierungsrat ist auch die vorberatende Kommission weiterhin von der Notwendigkeit der Sanierung und des Ausbaus dieser Strecke überzeugt. Nach Vollendung der Bauarbeiten auf der Luzerner Seite wird die adäquate Weiterführung des Strassenquerschnitts auf dem Schwyzer Abschnitt wohl auch von der Bevölkerung erwartet. Durch den moderaten Ausbau der Strasse mit Verbreiterung der Querschnitte analog der bereits ausgebauten Abschnitte Seehof, Langmatt und Forstegg wird die Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmer auch auf diesem kritischen Bereich wesentlich erhöht. Massgebliche Einsparungen durch Projektoptimierungen lassen sich aufgrund der Komplexität der Bauwerke und des ohnehin zwingend gegebenen Sanierungsbedarfs der bestehenden Anlagen nicht erreichen.

Erschliessungssicherheit für das Wägital
Die Kantonsstrasse Siebnen – Vorderthal soll im Abschnitt Rempen auf einer Länge von rund 400 Metern saniert und ausgebaut werden. Dadurch können insbesondere die Erschliessungs- und Verkehrssicherheit erhöht werden. Die Sanierung und der Ausbau erfolgen nach den gleichen Grundsätzen wie bei den bereits ausgebauten Abschnitten Flüebödeli und Rötetäli. Die Strassenanalage umfasst künftig zwei Fahrspuren à je 3.25 Meter Breite, wobei die Velos im Mischverkehr geführt werden. Talseitig ist im ganzen Ausbauabschnitt eine Stützkonstruktion vorgesehen. Bergseitig werden die bestehenden Stützkonstruktionen grösstenteils beibehalten. Einzig im Bereich der abgeflachten Kurve wird eine neue Stützkonstruktion erstellt, um die Kurvensichtweite zu verbessern. Mit den geplanten baulichen Massnahmen kann die Erschliessungssicherheit für das Wägital erhöht werden, auch wenn Naturgefahren weiterhin eine Herausforderung bleiben. Für das Projekt beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Ausgabenbewilligung in der Höhe von 12.2 Mio. Franken.

Klare Unterstützung durch die Kommission
Nachdem die Kommission für Bauten, Strassen und Anlagen anlässlich ihrer Sitzung vom 19. August 2026 über die Projekte und die Kostenentwicklungen detaillierte Informationen erhalten hatte, stellte sie sich einstimmig hinter die beiden beantragten Ausgabenbewilligungen.

Dennoch gab die unerfreuliche Entwicklung der Kosten beim Projekt Ober Nas-Rotschuo zu Diskussionen Anlass. Jedoch überzeugten die Kommission die Erklärungen auch des anwesenden externen Planers, dass eine Verschiebung des Projekts aus Sicherheitsgründen nicht ratsam ist und später auch kaum tiefere Kosten zu erwarten wären.

Die Sanierung und den Ausbau des Abschnitts Rempen auf der Wägitalstrasse begrüsste die Kommission einhellig, um eine sichere und zeitgemässe Strassenverbindung ins Wägital zu gewährleisten.

Baubeginn frühestens 2027
Nach der Genehmigung der Ausgabenbewilligungen durch den Kantonsrat wird vorbehältlich eines Referendums angestrebt, mit dem Strassenausbau auf der Wägitalstrasse – zumindest mit Vorarbeiten – im Jahr 2027 zu beginnen. Die Ausführung der Hauptarbeiten erfolgen über den gesamten Bauabschnitt voraussichtlich in drei Etappen und unter einspuriger Verkehrsführung mit Lichtsignalanlage. Für das gesamte Projekt wird mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren gerechnet, wobei in den Wintermonaten keine Arbeiten stattfinden.

Für den Strassenausbau Ober Nas – Rotschuo wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits Vorarbeiten, namentlich Rodungen und Felsreinigungen, vorgenommen. Der Baustart der Hauptarbeiten ist nun für Anfang 2027 vorgesehen. Die Bauzeit beträgt rund zweieinhalb Jahre.

Kantonsrat
Kommission für Bauten, Strassen und Anlagen


Willi Kälin
Präsident der Kommission für Bauten, Strassen und Anlagen
+41 41 819 25 15