Mit Fadenwürmern gegen den Japankäfer

Im Spätsommer wurden Japankäfer im Naturschutzgebiet Sägel zwischen Lauerz und Goldau entdeckt. Die invasive Käferart wurde mit Fadenwürmern bekämpft. Ob dies erfolgreich war, muss sich im nächsten Sommer zeigen.

Er sieht aus wie ein sehr kleiner Maikäfer und ist auch für ähnliche Schäden verantwortlich, aber hierzulande nicht heimisch: der Japankäfer. Im Spätsommer wurde eine kleine Population von fünf Exemplaren im Naturschutzgebiet Sägel auf Arther Gemeindeboden entdeckt. Das kantonale Amt für Landwirtschaft hat gemäss dem Notfallplan des Bundesamtes für Landwirtschaft sofort Bekämpfungsmassnahmen ergriffen.

Erfolg zeigt sich erst, wenn Käfer schlüpfen

Zur Bekämpfung der invasiven Käferart wurden im betroffenen Gebiet durch die Fachstelle Naturschutz Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, in den Boden eingetragen. Für diese Massnahme war eine Ausnahmebewilligung nötig. Die ausgebrachten Fadenwürmer sind in unseren Böden natürlicherweise vorhanden und gemeinhin als nützliche Nematoden bekannt.

Bei der Bekämpfung der Japankäfer wird deren Konzentration im Boden kurzfristig erhöht. Für Menschen sowie Haus- und Nutztiere sind die Fadenwürmer völlig unbedenklich. Ob die Massnahme erfolgreich war, wird sich erst im Sommer 2025 zeigen, wenn Käfer schlüpfen und sich in aufgestellten Fallen nachweisen lassen.

Schäden an über 400 Pflanzen möglich

Der Japankäfer – sein wissenschaftlicher Name lautet Popillia japonica – ähnelt dem Maikäfer, ist jedoch viel kleiner. Im Gegensatz zum heimischen Maikäfer macht er nicht nur eine Generation alle drei Jahre, sondern jedes Jahr eine Generation. Das verleiht ihm ein grösseres Schadenpotenzial. Der Japankäfer verursacht an mehr als 400 Wirtspflanzen Frassschäden, seine Larve (Engerling) frisst ausserdem unterirdisch an Wurzeln. Zudem können sekundäre Schäden durch Vögel oder Wildschweine entstehen, welche die Larven im Boden suchen und so die Grasnarbe verletzen.

Der Japankäfer kann auch von Laien anhand einfacher Merkmale von heimischen Käferarten unterschieden werden: Im Unterschied zum Maikäfer ist er kleiner als ein Fünfräppler, sein metallisch-grüner Kopf unterscheidet ihn vom Junikäfer, die braunen Deckflügel grenzen ihn vom Rosenkäfer ab und mit seinen weissen Haarbüscheln auf der Seite und hinten hebt er sich vom Gartenlaubkäfer ab.

Der ausgewachsene Käfer ist nur im Sommer zu finden. Er fliegt ungefähr in der Zeit von Ende Mai bis Juli aus und hat eine Lebenserwartung von sechs bis acht Wochen. Während dieser Zeit legt er seine Eier in den Boden, wo sich dann im restlichen Jahr die Larven entwickeln.

Funde zwingend dem Kanton melden

Wer einen verdächtigen Käfer sieht, sollte ihn einfangen und einfrieren. Um den Fund zu bestätigen, soll ein scharfes Bild des toten Käfers per E-Mail an das kantonale Amt für Landwirtschaft (afl@sz.ch) gesendet werden. Optimalerweise wird für das Foto ein Lineal oder Fünfräppler neben das tote Tier gelegt, um die Grössenverhältnisse direkt abzubilden. Der Name der Finderin oder des Finders sowie der Fundort des Käfers sollten ebenfalls übermittelt werden.

Der Japankäfer reist gerne als blinder Passagier mit und ist vermutlich auf diese Weise nach Goldau gekommen. Die erwachsenen Exemplare können jedoch auch gut fliegen. Bei grossem Populationsdruck fliegen die Weibchen bis zu 15 km weit. Ist der Populationsdruck niedrig und hat der Käfer genug Fläche zur Eiablage und Futter, bewegt er sich nur wenig.

Zeitnahe Bekämpfung war wichtig

Die Eiablage erfolgt in den geografisch nächstgelegenen, geeigneten Stellen. Da das erste Larvenstadium, welches kurz nach der Eiablage schlüpft, auf Feuchtigkeit im Boden angewiesen ist, dürfte sich der Käfer im feuchten Naturschutzgebiet Sägel wohl fühlen. Nach der Eiablage befinden sich die Larven in den oberen fünf Zentimetern des Bodens.

Mit kühleren Temperaturen zieht sich der Engerling für das dritte und letzte Larvenstadium im Verlauf des Oktobers – dieses Jahr wohl eher im Verlauf des Novembers – langsam in tiefere Bodenschichten zurück. Der Einsatz der Fadenwürmer musste im Sägel daher zwingend noch vorher geschehen, weil diese nur in die oberste Bodenschicht ausgebracht werden können und selber nicht sehr mobil sind.