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Staatsarchiv

Das Staatsarchiv des Kantons Schwyz sammelt, erschliesst und verwahrt das Archivgut des Kantons und sorgt mit geeigneten konservatorischen Mitteln für dessen Erhaltung.
Es ist Aufbewahrungsort aller erhaltungswürdigen staatlichen Archivbestände und stellt diese der Öffentlichkeit und der Verwaltung zur Verfügung. Die Benutzung dieses Archivgutes steht gemäss den gesetzlichen Richtlinien allen Personen offen.
Hier erhalten Sie Informationen zu Recherchemöglichkeiten, zu archivierten Beständen und zur Arbeit des Archivs.

Aktuelles

Geschichtswettbewerb Historia 2017–2019

Der gemeinnützige Verein HISTORIA führt seit 2003 den Schweizer Geschichtswettbewerb für Jugendliche durch. Der Wettbewerb soll Jugendliche aus der ganzen Schweiz im Alter zwischen 14 und 21 Jahren dazu animieren, sich mit der Geschichte ihrer Region auseinanderzusetzen und sich auf historische Spurensuche zu begeben. Der Wettbewerb 2017-2019 steht unter der Thematik "Jugend in Bewegung": Wann, wo und wie engagierten sich Jugendliche für Gegenwart und Zukunft?

Im Staatsarchiv des Kantons Schwyz lagern zahlreiche spannende Quellen, in denen Jugendliche als Akteure eine wichtige Rolle spielen. Ein mögliches Thema ist beispielsweise der Einbezug der Jugend in die verschiedenen eidgenössischen und schweizerischen Jubiläen. Diese häufig auf alteidgenössische Ereignisse bezugnehmenden Jubiläen hatten in der Ausbildung der nationalen Identität des modernen Bundesstaates Schweiz eine wichtige Bedeutung, wofür auch Jugendliche eingespannt wurden. Anhand der 650- und 700-Jahrfeiern der „Gründung“ der Eidgenossenschaft in den Jahren 1941 und 1991 wie auch an den entsprechenden Jahrfeiern der Schlacht am Morgarten von 1965 und 2015 kann exemplarisch die Rolle der Jugend aufgezeigt werden. Mögliche Fragestellungen wären: Wie war der Einbezug der Jugend, welche Rolle hatten diese innerhalb der Jubiläumsfeierlichkeiten zu übernehmen? Was sollte damit bezweckt werden? Was erhoffte man sich mit dem jugendlichen Miteinbezug? Gibt es einen Wandel im Miteinbezug der Jugend im Lauf der Zeiten?

Gerne unterstützen wir Dich bei der Recherche zu diesen oder anderen Themen. Bei Fragen erreichst Du uns telefonisch unter 041 819 20 65 oder per E-Mail unter staatsarchivNULL@sz.ch.

Weitere Informationen: https://ch-historia.ch

Zwei Schulkinder in der „Hohlen Gasse“ bei Küssnacht auf ihrem Schulweg in Richtung der Tellskapelle (1930er Jahre)
Zwei Schulkinder in der „Hohlen Gasse“ bei Küssnacht auf ihrem Schulweg in Richtung der Tellskapelle (1930er Jahre). Eine Spendensammlung der Schuljugend im Jahre 1934 führte zur Gründung der „Schweizerischen Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse“. In der Folge wurde die „Hohle Gasse“ als „mittelalterlicher Verkehrsweg“ restauriert und durch den 1937 erfolgten Bau einer Umfahrungsstrasse vom motorisierten Strassenverkehr entlastet.
ältere Beiträge

Aus dem Archiv

Judenfeindlichkeit in Schwyz? Eine Werbeanzeige aus dem Jahre 1900

Obige Werbeanzeige des beim Hauptplatz von Schwyz gelegenen Tuchhandelsgeschäft von Meinrad Aufdermaur erschien in der Beilage zum „Boten der Urschweiz“ am 3. Januar 1900. Der Kaufmann Aufdermaur preist in seinem Zeitungsinserat seine „guten Tuchwaren“ an, die „man billiger als bei den Juden“ einkaufen kann. Dabei wird in der Anzeige zudem hervorgehoben, dass die durch Aufdermaur verkauften Textilien weder „alte Ware“ sei noch „Keine jüdisch-schwindelhafte Qualitätsbezeichnung“ aufweise. Vor allem seit dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert spezialisierten sich Juden im Textilhandel und waren auch massgeblich an der Entwicklung des Geschäftsmodells „Kaufhaus“ beteiligt. Von Seiten einheimischer, im Kaufhandel tätigen Schweizern wurden diese als lästige wirtschaftliche Konkurrenz wahrgenommen.

Uns heutigen Zeitgenossen mit dem Wissen um die Shoa und die Gaskammern von Auschwitz, Treblinka etc. erscheinen antijüdische Aussagen wie die Zeitungsanzeige Aufdermaurs als absolut befremdlich. Tatsächlich müssen wir uns aber bewusst sein, dass Judenfeindschaft und Antisemitismus bis in die ersten Dezennien des 20. Jahrhunderts in grossen Teilen der Bevölkerung weit verbreitet und selbst in gebildeten Kreisen des Bürgertums beinahe „salonfähig“ war. Meinrad Aufdermaur (1873-1936) führte zwischen 1896 und 1908 zusammen mit seiner Ehefrau ein Tuchhandelsgeschäft in Schwyz. In späterer Zeit war er Inhaber des Restaurants Central in Schwyz. Zwischen 1896 und 1936 übte er auch das Amt eines Sekretärs/Oberallmeindschreibers in der Oberallmeindkorporation aus. Politisch aktiv als Anhänger der konservativen Partei sass er im Schwyzer Gemeinderat in den Jahren 1908-1912, wo er das Amt des Baupräsidenten innehatte. Als Schulrat übte er zeitenweise die Charge des Schulpräsidenten aus.

Juden als Bevölkerungsgruppe waren im Gebiet der heutigen Schweiz ursprünglich ein städtisches Phänomen. Zu grossen Judenpogromen mit der Vernichtung und Vertreibung jüdischer Bevölkerungsteile kam es in der Mitte des 14. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem sogenannten „Schwarzen Tod“, der grossen Pestpandemie, der vermutlich ein Drittel der der europäischen Bevölkerung zum Opfer fiel. Die andersgläubigen Juden wurden der irrwitzigen und haltlosen Behauptung verdächtigt, die Brunnen vergiftet zu haben, um die Christenheit auszurotten. Ein Grossteil der jüdischen Gemeinden in den Städten endete auf dem Scheiterhaufen. Wer Glück hatte, gelang die Flucht oder wurde vertrieben. Nach diesen grossen Judenverfolgungen kam es ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zur zeitenweisen Wiederansiedlung von Juden in den Städten; allerdings wurden diesen ihr Aufenthaltsrecht – ähnlich wie in anderen europäischen Regionen – im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts aufgekündigt und auch die eidgenössische Tagsatzung beschloss 1489, das dauernde Aufenthaltsrecht für Juden im eidgenössischen Territorium zu untersagen. Ab dem 16. Jahrhundert entstand ein eigentliches Landjudentum in einzelnen Grenzregionen der damaligen Eidgenossenschaft (Raum um Basel inklusive Sundgau, um Waldshut und Zurzach, Bodenseeraum mit angrenzendem Rheintal). Besondere Bekanntheit erlangten die „Judendörfer“ Lengnau und Endingen in der gemein-eidgenössisch verwalteten Grafschaft Baden. Ihren Lebensunterhalt bestritten die hier ansässigen Juden hauptsächlich im Landhandel als Hausierer, Makler, Tuch-, Vieh- und Pferdehändler.

Das ländlich geprägte Gebiet des heutigen Kantons Schwyz war kein spezielles Ansiedlungsgebiet für Juden. Wie bereits erwähnt, liessen sich Juden in der Zeit des Mittelalters vor allem in den Städten nieder. Nichtsdestotrotz lassen sich Schwyzer Kontakte zu Juden respektive zum Judentum auch schon im Mittelalter feststellen. Insbesondere jüdische Geldkredite wurde im 14. und frühen 15. Jahrhundert verschiedentlich von aus dem heutigen Kanton Schwyz stammenden Personen in Anspruch genommen und auch das Benediktinerkloster Einsiedeln lässt sich als Nutzniesser solcher Kredite in dieser Zeit feststellen. Allerdings spielte der hochverzinsliche jüdische Kredit im schwyzerischen Wirtschaftsleben dieser Zeit eine absolut marginale Rolle. Für die Entstehung antijüdischer Ressentiments zentral war allerdings die Rolle der Kirche, welche mit der Darstellung der Juden als „Gottesmörder“ massiv und über Jahrhunderte hinweg dauernden Einfluss auf die Vorstellungswelt der christlichen Bevölkerung nahm. Vor allem die Zeit um Ostern mit der Passionsgeschichte und der damit verbundenen Liturgie stellte innerhalb des Kirchenjahres einen eigentlichen Höhepunkt für antijüdische Ressentiments dar und war selbst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der katholischen Lebenswelt noch präsent. So schrieb Dr. Georg Guggenheim (1897-1987), Leiter des Ressorts „Abwehr und Aufklärung“ beim „Schweizerischen Isrealitischen Gemeindebund“,  im Jahre 1962: „Eine der Hauptursachen des in der Schweiz noch bestehenden Antisemitismus ist auf den Religionsunterricht zurückzuführen, wobei die Passionsgeschichte bekanntlich eine unheilvolle Rolle spielt.“ Das durch die Kirche vermittelte antijüdische Bild wirkte selbst in Regionen, in welchen – wie etwa im Gebiet des heutigen Kantons Schwyz – keine oder nur wenige Juden ansässig waren. Juden siedelten sich in Schwyz erst ab dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts an; 1880 lebten 7 Personen jüdischen Glaubens im Kanton und im Jahre 1900 insgesamt 9 Personen (zum Vergleich: Im Jahre 2000 wurden 51 Personen jüdischer Konfession im Kanton gezählt). In der Gemeinde Schwyz lebte im Jahre 1900 eine Person jüdischen Glaubens, im Jahre 1910 waren es 3 Personen (zum Vergleich: Im Jahre 2000 5 Personen). Im Schwyzer Alltag konnten Juden zumindest in der Frühen Neuzeit entweder als Durchreisende oder aber als im Hausierhandel Tätige begegnen. Zeugnis über letzteres bietet das Werk des Zürcher Pfarrers Johann Caspar Ulrich (1705-1768) dessen Werk „Sammlung Jüdischer Geschichten, welche sich mit diesem Volk in dem XIII. und folgenden Jahrhunderten bis auf MDCCLX. in der Schweiz von Zeit zu Zeit zugetragen. Zur Beleuchtung der allgemeinen Historie dieser Nation herausgegeben“ 1768 in Basel erschien. Dieses Buch stellte den ersten Versuch einer Gesamtdarstellung jüdischer Geschichte im Gebiet der Schweiz dar, wobei er in einem knappen Abschnitt zu „Schweitz“ auch „einen gar kurzen Bericht“ über die Verhältnisse der Juden im damaligen Stand Schwyz gibt. Bei seinen Forschungen über die Verhältnisse zu den Juden in den einzelnen eidgenössischen Ständen schrieb Ulrich lokal ansässige Gewährsleute an, dessen Antworten er in seinem Buch abdruckte. Sein Schwyzer Gewährsmann antwortete ihm in einem Schreiben aus dem Jahre 1761: „… allein weder in dem Archiv noch in den Land-Büchern, noch in den Rahts- Protocollen, ist nicht das mindeste erfindlich gewesen. Daher müssen, wie ich zwar anfänglich glaubte, die Juden niemals das Recht haushäblich dahier zu wohnen gehabt, folgsam auch nie verwürken noch verlieren haben können. Sonst dörfen die Juden durch unsern Canton, als ein gefreyt und offenes Land, reisen. Kommen sie anhero um zu Husiren, welches des Jahrs ein, zwey und mehrmalen geschieht, so müssen sie sich hiefür bey M. Gn. HHrn. (=Meinen Gnädigen Hohen Herren, OL) anmelden; ansonsten würden sie fürchterlich gestraft werden, wie ein solches auch schon widerfahren. Wann denn die Juden sich also gemeldet haben, wird ihnen das Husiren mehrmalen abgeschlagen, fürnemlich, wenn sie mit dergleichen Waaren handeln wollen, welche die hiesigen Krämer und Profeßions-Leute auch haben, oder selbst verfertigen. Wenn sie aber Waaren haben, so ziemlich gut erfunden worden und wovon in hier weniger oder gar kein Vorraht ist, tuht man ihnen das Husieren unter folgenden Bedingnissen gestatten. Als erstlich nur auf eine kleine Zeit etwann von drey und meistens fünf Tagen. Zweytens, daß sie am Sonntag nicht husieren sollen. Drittens sollen sie sich mit dem Herrn Lands-Seckelmeister voraus abfindig machen, das ist ein ziemliches Husier-Geld bezahlen. Dieses Husier-Geld ist, laut denen Seckelmeisters-Rödeln, ganz ungleich. Als da man etwa überhaupt ein gewisses an Geld, oder dienlichen Waaren und Geldswehrt ihnen abnimmt; ein ander mahl so viel auf den Kopf ein oder mehrere Gulden bestimmt, oder eine gewisse Summ für jeden Tag von ihnen abfordert. Ist alles was ich von diesen Leuten melden kan.“ Tatsächlich findet sich beispielsweise im Ratsprotokoll ein Beschluss des gesessenen Schwyzer Landrates vom 19. Januar 1760, mit welchem zwei Juden die Hausiererlaubnis für 14 Tage zugestanden wurde. Allerdings mussten sie sich zuvor mit dem Landessäckelmeister über die zu zahlende Gebühr einigen. Ebenso wurde dem Juden N. durch den Samstagsrat am 29. Januar 1763 das Hausieren für drei Wochen erlaubt, wobei von diesem allerdings eine Gebühr von 12 Schiltdublonen als Entgelt für den Pfundzoll (=indirekte Verbrauchssteuer, OL) verlangt wurde. Darüber hinaus scheint der Juden noch mehr bezahlt zu haben, heisst es im Ratsbeschluss doch, dass er „auch sonst mit Herrn Landtseckhelmeister tractieren (soll) umb ein anständiges für das Landt.“

Auch im 19. Jahrhundert wurde der jüdische Hausierhandel Restriktionen unterworfen und sogar bisweilen ganz verboten. Auf Eingabe von Handelsleuten verschiedener Bezirke beschloss der Schwyzer Landrat am 8. Januar 1823, dass den „Juden und den Tyrolern, so mit Material-oder Medicinal-Waaren handeln, alles Hausiren in unserem Canton bey Strafe und Verantwortung aufs strengste untersagt“ werden solle. Weitere jüdische Hausierverbote sind auch für die folgende Zeit dokumentiert (u.a. 1826). Selbst noch 1851 wurde in der „Verordnung über den Markt- und Hausierverkehr“ die jüdische Geschäftstätigkeit auf diesem Gebiet verboten. Erst 1857 wurde dies auf Druck von Bundesbern, im Nachgang eines gesamteidgenössischen Beschlusses von 1856, aufgehoben. Erst mit der Totalrevision der Schweizerischen Bundesverfassung 1874 wurden Juden als gleichberechtigte Schweizer Bürger vollständig akzeptiert. Allerdings wurden Juden – gerade im streng katholischen Milieu von Schwyz – als ein „Fremdkörper“ wahrgenommen.

Inwiefern Meinrad Aufdermaurs antijüdische Einstellung eine persönliche Meinung war, entzieht sich unseren Kenntnissen. Im religiösen Milieu des Katholizismus aufgewachsen, waren negative Einstellungen gegenüber der jüdischen Religion sicherlich ausgeprägt. Aus eigenen Geschäftsinteressen motiviert, nahm er weitverbreitete Klischeevorstellungen über Juden auf, um seine eigene Ware anzupreisen.

Oliver Landolt


Humanitäre Aktion: Aufnahme von Ferienkindern aus Österreichisch-Ungarn und Deutschland

Die soziale und wirtschaftliche Lage vieler Menschen in den kriegführenden Ländern wurde im Lauf des Ersten Weltkriegs immer verzweifelter. Denn die Lebensmittel wurden knapper und teurer. Die Kinder litten besonders darunter. In der Schweiz, insbesondere im Kanton Schwyz, fanden deshalb Ferienkinder aus Deutschland und vor allem aus Österreich-Ungarn während einigen Monaten Aufnahme und Pflege. An diese beinahe vergessene humanitäre Aktion soll dieser Artikel erinnern.

Ferienkinder finden Aufnahme in der Schweiz


Frühe Darstellung eines Pfeifenrauchers im Kanton Schwyz

Bild: Initiale mit pfeifenrauchendem Mann (STASZ, Gülten Arth, GB Nr. 747)

In archivarischen Erschliessungsarbeiten stösst man manchmal auf historische Fundstücke, welche einen erstaunlichen Einblick in die vormoderne Welt gewähren. Bei der Erschliessung eines grösseren Gültenbestandes fand sich ein aus dem Jahre 1695 stammendes Schriftstück mit der Miniaturdarstellung eines Pfeifenrauchers, wahrscheinlich die früheste Darstellung eines Rauchers im Kanton Schwyz. Der Schreiber der Kapitalverschreibung Caspar Hammer hat sich vermutlich in einer Selbstdarstellung in der Anfangsinitiale des Schriftstücks als pfeifenschmauchender Raucher zusammen mit seinen Namensinitialen CH verewigt. Tabak gehörte zu denjenigen Pflanzen, die wie die Kartoffel, die Tomate oder der Mais seit der Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 im Laufe der Zeit ihren Weg nach Europa fanden. Seit dem späten 16. Jahrhundert wurde Tabak als eigentliches Luxusprodukt zunehmend konsumiert. Spuren des Tabakkonsums lassen sich im Gebiet des Kantons seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der schriftlichen Überlieferung nachweisen: So wurde Jacob Späck von Arth durch den Schwyzer Landrat am 10. Februar 1663 „wegen Fluochenss und Schwerenss“ (Fluchen und Gotteslästerung) zu einer Turmstrafe verurteilt. Zudem wurde ihm „Wein, Most und Tabac zetrinken gentzlich abgeschlagen und verpoten, by Straff der Gefangnisschafft.“ Wiederholt befasste sich der Schwyzer Landrat auch in der folgenden Zeit mit der Problematik des „Tabaktrinkens“ respektive „Tabakrauchens“. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war der Tabakkonsum schon so weit verbreitet, dass der Schwyzer Landrat vor allem wegen der Feuersgefahr Massnahmen gegen das Tabakrauchen in Angriff nahm. Der dreifache Schwyzer Landrat erliess am 3. März 1712 folgendes Mandat: „Aldiweilen der unanständige Misbruch dess unnöthigen vilfeltigen Tabach Rauchens so weith erwachssen, dass so wohl Geist- und Weltlich, Fründ und Heimbsche sich ergern, dardurch auch nit wenige, ja sehr grosse Gefahr dess Feürss in Heüsern und s.h. Stählen endtstehn thuet und zu vermuoten, dz schon vil Unglükh deswegen beschechen. Damit danne in Zeiten solchen Gefahren vorgesorget und die Misbrüch und Unanständigkheit umb etwass underbrochen werde, alss haben unssere gnedige Herren und Obern, Landtamman, Rhät und gemeine Landtlüth eines 3 fachen Landtrhatss mänigklich hiermit gantz wohlmeinend und väterlich erihnern und ermahnen wollen, ihnen und andern ehrlichen Lüten vor Schaden zu sein, dass man krafft dis Gebots und Verbots in den s. h. Stählen und an den jenigen Ohrten, so Gefahr des Feürss erwachssen möchte, man dess Tabach Rauchens sich müesigen solle. Ess ist auch anbey erkent und verboten, dz man allhier auf dem Platz und an den jenigen Ohrten, wo man mit dem hochwürdigen Guoth Processions Weiss gehet, auch allhier in der Wacht, in Wirths- und particular Heüsern, wer der auch sei, nit Tabach rauchen solle und wer über abmahnen mit Tabach rauchen fortfahre, von einem solchen die Leüfer fünf Batzen Buos, so offt ess zu Verschulden kombt, einziechen sollen. Ess ist auch in dem Spital bey hochoberkheitlichem Verboth Tabach zu rauchen mängiklich abgeschlagen und verboten.

Oliver Landolt


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