Schulenderhebung 2023 - 98.4% der Schulabgängerinnen und Schulabgänger haben eine Anschlusslösung
1536 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Schwyz haben Anfang Juli die obligatorische Volksschule abgeschlossen. Am Stichtag der Datenerhebung, dem 7. Juli 2023, verfügten 98.4% der Jugendlichen über eine geeignete Anschlusslösung. 59.2% entschieden sich für eine berufliche Grundbildung, 29.5% für eine weiterführende Schule. Dies zeigt die Umfrage der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung.
Thomas Signer, Amt für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
Für welche Laufbahnwege und Berufe haben sich die Schulabgängerinnen und Schulabgänger nach der obligatorischen Schulzeit entschieden? Wie unterscheiden sich die männlichen von den weiblichen Jugendlichen in ihrer Berufswahl? Zu welchem Zeitpunkt erhielten die Jugendlichen die Zusagen für ihre Ausbildungsplätze? Was passiert mit den Jugendlichen, die Anfang Juli noch keine nachhaltige Lösung gefunden haben?
Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung hat auch in diesem Jahr den gesamten Schülerjahrgang im 9. Schuljahr, inklusive Mittelschulen, befragt – Stichtag der Datenerhebung war der 7. Juli 2023. Mit 1536 Jugendlichen war die Gesamtzahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger deutlich höher als im Vorjahr (1432).

Abb.1: Laufbahnwege aller befragten Jugendlichen
98.4% (Vorjahr: 98.7%) der Jugendlichen im Kanton Schwyz, die im Sommer 2023 die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben, ist der Wechsel in die berufliche Grundbildung, in eine weiterführende Schule wie Gymnasium oder Fachmittelschule oder in eine Zwischenlösung gelungen.
59.2% (59.3%) oder 910 Jugendliche beginnen eine 2-, 3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung (Berufslehre oder Attestausbildung). Das sind 61 mehr als im Vorjahr.
Gut ein Viertel, 29.5%, der Schulabgängerinnen und Schulabgänger hat sich für eine weiterführende Schule oder Mittelschule entschieden. Dies sind 35 Jugendliche mehr als im Vorjahr. Auffallend ist, dass deutlich mehr junge Frauen (35.1%) als Männer (24.3%) in eine Mittelschule übertreten – ein gesamtschweizerischer Trend, der sich auch im Kanton Schwyz abzeichnet.
Den Weg einer Zwischenlösung inkl. des Kantonalen Brückenangebots haben 148 Jugendliche gewählt, fast gleich viele wie im Vorjahr mit 146. Die 11 Praktikantinnen für den Beruf Fachfrau Betreuung Kinder werden separat im Bereich Zwischenlösung ausgewiesen.
Die Anzahl der Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Umfrage noch keine Anschlusslösung aufzuweisen hatten, betrug 15. Dies liegt etwas über dem Vorjahreswert (12).
Berufliche Grundbildung
Top 10 der gewählten Berufe - Total
|
Rang |
Berufliche Grundbildung |
Anzahl |
in % |
|
1 |
Kaufmann/-frau EFZ |
128 |
14.9 |
|
2 |
Fachmann/-frau Gesundheit EFZ |
61 |
7.1 |
|
3 |
Detailhandelsfachmann/-frau EFZ |
52 |
6.0 |
|
4 |
Elektroinstallateur/in EFZ |
33 |
3.8 |
|
5 |
Zimmermann/Zimmerin EFZ |
29 |
3.4 |
|
6 |
Fachmann/-frau Betreuung EFZ |
28 |
3.3 |
|
7 |
Zeichner/in EFZ |
26 |
3.0 |
|
8 |
Logistiker/in EFZ |
25 |
2.9 |
|
9 |
Schreiner/in EFZ |
24 |
2.8 |
|
10 |
Landwirt/in EFZ |
23 |
2.7 |
|
Total |
429 |
49.9 |
Tab.1: Hitliste der gewählten Berufe (männlich und weiblich)
- Die Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Kanton Schwyz, die eine berufliche Grundbildung EFZ absolvieren, haben 100 (88) verschiedene Berufe gewählt.
- Insgesamt decken die 10 meist gewählten EFZ-Berufe knapp die Hälfte aller EFZ-Lehrverhältnisse ab.
- Am beliebtesten ist nach wie vor die Berufslehre Kaufmann/-frau EFZ. Der Anteil ist wieder leicht gestiegen auf 14.9% (14.6%). Zudem kommt noch die Wirtschaftsmittelschule (4 Jugendliche) und die private Handelsschule (5 Jugendliche), die auch zum kaufmännischen Bereich zählen.
- Informatiker/in EFZ mit 17 Jugendlichen und Informatikmittelschule mit 7 Jugendlichen wären zusammen unter den ersten 10 gewählten Berufen EFZ.
- Im Beruf Fachfrau/-mann Betreuung EFZ wurden 11 Praktikumsstellen vergeben, die unter den Zwischenlösungen und nicht unter den Lehrverhältnissen aufgeführt sind. Bei direktem Einstieg in die Lehre wäre die Zahl der Lehrverhältnisse in diesem Beruf deutlich höher.
Top 10 der gewählten Berufe - männliche Jugendliche
|
Rang |
Berufliche Grundbildung |
Anzahl |
in % |
|
1 |
Kaufmann EFZ |
58 |
11.7 |
|
2 |
Elektroinstallateur EFZ |
33 |
6.7 |
|
3 |
Zimmermann EFZ |
29 |
5.9 |
|
4 |
Detailhandelsfachmann EFZ |
23 |
4.7 |
|
5 |
Logistiker EFZ |
20 |
4.0 |
|
6 |
Landwirt EFZ |
19 |
3.8 |
|
7 |
Schreiner EFZ |
18 |
3.6 |
|
8 |
Polymechaniker EFZ |
17 |
3.4 |
|
9 |
Informatiker EFZ |
15 |
3.0 |
|
10 |
Zeichner EFZ |
15 |
3.0 |
|
Total |
247 |
49.8 |
Tab.2: Hitliste der gewählten Berufe (männlich)
-
Bei den 10 meistgewählten EFZ-Berufen zeichnet sich bei den männlichen Jugendlichen im Vergleich zum letzten Jahr eine grosse Konstanz ab:
- Die 3 meistgewählten Berufe bleiben dieselben: Weiterhin an erster Stelle ist der Kaufmann (58 Lehrvertragsabschlüsse), gefolgt vom Elektroinstallateur (33) und dem Zimmermann (29).
- Unter den 10 meistgewählten EFZ-Berufen ist neu der Landwirt mit 19 Lehrverhältnissen bei den männlichen Jugendlichen. Knapp nicht mehr dabei ist der Automobil-Mechatroniker.
- Die jungen Männer haben aus 97 (85) verschiedenen beruflichen Grundbildungen (EFZ und EBA) gewählt.
- Die 10 meistgewählten EFZ-Berufe machen 49.8% aus (52.6%).
-
Die 4 meistgewählten EBA-Berufe machen 41.2 % aller EBA-Berufe aus. An der Spitze mit 5 Lehrverhältnissen ist der Detailhandelsassistent, gefolgt vom Agrarpraktiker, dem Küchenangestellten und dem Logistiker mit je 3 Lehrverhältnissen.
Top 10 der gewählten Berufe - weibliche Jugendliche
|
Rang |
Berufliche Grundbildung |
Anzahl |
in % |
|
1 |
Kauffrau EFZ |
70 |
19.0 |
|
2 |
Fachfrau Gesundheit EFZ |
55 |
14.9 |
|
3 |
Detailhandelsfachfrau EFZ |
29 |
7.9 |
|
4 |
Fachfrau Betreuung EFZ |
26 |
7.1 |
|
5 |
Dentalassistentin EFZ |
22 |
6.0 |
|
6 |
Medizinische Praxisassistentin EFZ |
19 |
5.2 |
|
7 |
Coiffeuse EFZ |
13 |
3.5 |
|
8 |
Zeichnerin EFZ |
11 |
3.0 |
|
9 |
Bäckerin-Konditorin-ConfiseurinEFZ |
10 |
2.7 |
|
10 |
Fachfrau Apotheke EFZ |
8 |
2.2 |
|
Total |
263 |
71.5 |
Tab.3: Hitliste der gewählten Berufe (weiblich)
- Die Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Kanton Schwyz, die eine berufliche Grundbildung EFZ absolvieren, haben 100 (88) verschiedene Berufe gewählt.
- Insgesamt decken die 10 meist gewählten EFZ-Berufe knapp die Hälfte aller EFZ-Lehrverhältnisse ab.
- Am beliebtesten ist nach wie vor die Berufslehre Kaufmann/-frau EFZ. Der Anteil ist wieder leicht gestiegen auf 14.9% (14.6%). Zudem kommt noch die Wirtschaftsmittelschule (4 Jugendliche) und die private Handelsschule (5 Jugendliche), die auch zum kaufmännischen Bereich zählen.
- Informatiker/in EFZ mit 17 Jugendlichen und Informatikmittelschule mit 7 Jugendlichen wären zusammen unter den ersten 10 gewählten Berufen EFZ.
- Im Beruf Fachfrau/-mann Betreuung EFZ wurden 11 Praktikumsstellen vergeben, die unter den Zwischenlösungen und nicht unter den Lehrverhältnissen aufgeführt sind. Bei direktem Einstieg in die Lehre wäre die Zahl der Lehrverhältnisse in diesem Beruf deutlich höher.
Ausserkantonale Lehrstellen
Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz wurden dieses Jahr insgesamt 10 (12) Kantone berücksichtigt. Im Wohnkanton Schwyz wurden 69.6% (74.5%) der Lehrstellen gefunden. 271 (212) Schulabgängerinnen und
Schulabgänger treten eine Lehrstelle in einem anderen Kanton an. Die vier meist gewählten Kantone ausserhalb Schwyz sind wie letztes Jahr Zürich,
St. Gallen, Zug und Luzern. Dabei ist Zürich wieder mit Abstand an der Spitze.
Weiterführende Schulen
Gut ein Viertel der Schulabgängerinnen und Schulabgänger hat sich für eine weiterführende Schule entschieden. 453 (418) oder 29.5% (29.2%) besuchen ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule. Der gesamtschweizerische Trend, dass mehr junge Frauen als Männer eine Mittelschule absolvieren, zeigt sich auch im Kanton Schwyz deutlich. 35.1% der jungen Frauen treten in eine weiterführende Schule ein. Bei ihren männlichen Kollegen sind es 24.3%.
Zwischenlösungen und kantonales Brückenangebot
148 Schulabgängerinnen und Schulabgänger absolvieren eine sogenannte Zwischenlösung. Das heisst, sie besuchen ein Kantonales Brückenangebot, machen einen Sprachaufenthalt, ein Sozialjahr, ein Au-Pair-Jahr, starten mit einem Vorkurs oder ähnliches. Separat unter dieser Rubrik werden die 11 Praktikantinnen Fachfrau Betreuung Kinder ausgewiesen.
Für das Kombinierte Brückenangebot haben sich 58 Jugendliche entschieden, beim Schulischen Brückenangebot sind es 36 Jugendliche. Dies entspricht einer Zunahme beim Kombinierten (53) und einer Abnahme beim Schulischen Brückenangebot (41).
Noch keine Lösung gefunden
Zum Zeitpunkt der Umfrage konnten 15 (12) Jugendliche noch keine Angaben über ihre Anschlusslösung nach der obligatorischen Schulzeit machen.
Die Gründe, weshalb diese Jugendlichen noch keine Anschlusslösung gefunden haben, sind vielfältig und individuell. Dazu zählen: schulische und persönliche Defizite, fehlende Motivation für eine Ausbildung, mangelnde Offenheit für Alternativlösungen, verzögerter Berufswahlprozess oder auch psychische Probleme.
Einige dieser jungen Leute wussten zwar, welche Berufslehre sie absolvieren möchten oder hatten alternative Pläne. Diese Pläne waren aber zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht umgesetzt. Einzelne befanden sich noch im Bewerbungs- und Selektionsprozess.
Direkt in den Arbeitsprozess
7 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr 4) haben sich entschieden, direkt nach der Volksschule in den Arbeitsprozess einzusteigen. 6 von diesen 7 Jugendlichen kommen aus einer Heilpädagogischen Schule, werden eine Arbeitsstelle in einer geschützten Werkstatt antreten und sind dem entsprechend begleitet. Nur eine Schülerin mit Sek A-Abschluss steigt direkt in den Arbeitsmarkt ein.