«Zwei Fliegen auf einen Schlag»
Als ergänzende Allgemeinbildung zu einer beruflichen Grundbildung steht die Berufsmaturität (BM). Mit ihrem erfolgreichen Abschluss bietet sie gleich zwei Qualifikationen; einen Berufsabschluss und einen Zugang zu den Fachhochschulen.
Selina Rutishauser, Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin in Pfäffikon
Die Berufsmaturität bereitet auf ein Studium an einer Fachhochschule vor und bildet die Grundlage für attraktive Stellen auf dem Arbeitsmarkt.
BM während oder nach der Lehre
Die BM kann entweder parallel zur Lehre (BM1) oder nach der Lehre (BM2) absolviert werden. Es gibt fünf verschiedene Ausrichtungen (siehe Tabelle), wobei bei der BM1 üblicherweise die Wahl des Lehrberufs die Ausrichtung vorgibt und bei der BM2 die Ausrichtung, unabhängig vom ursprünglichen Lehrberuf, selbst gewählt werden kann.
Um für die BM1 zugelassen zu sein, benötigt man einen unterzeichneten Lehrvertrag für eine EFZ-Lehre und ein bestandenes Aufnahmeverfahren. Des Weiteren muss der Lehrbetrieb der BM1 zustimmen, da die Lernenden aufgrund des Schultags weniger oft im Betrieb arbeiten. Die Zulassung zur BM2 setzt eine bestandene EFZ Lehre voraus. Es bestehen Möglichkeiten zur prüfungsbefreiten Aufnahme.
Jede Ausrichtung umfasst Grundlagefächer, sowie Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer, welche je nach Ausrichtung unterschiedlich sind. Die BM1 wird nach Möglichkeit an derselben Schule besucht, wo auch die Berufskunde stattfindet. Der Kanton Schwyz bietet nicht alle Ausrichtungen selber an. Das Amt für Berufsbildung unterstützt bei der Zuteilung in die entsprechenden Schulen. Bei der BM2 kann man den Schulort selber wählen, jedoch werden nicht alle ausserkantonalen Schulen vom Kanton Schwyz finanziell unterstützt. Auch hier empfiehlt sich für detailliertere Auskünfte mit dem zuständigen Amt in Kontakt zu treten.
Chancen und Herausforderungen von BM1 und BM2
Grundsätzlich empfiehlt es sich, die BM nur dann mit einer Lehre zu kombinieren, wenn man in der Oberstufe starke schulische Noten erbringen konnte. Vor allem die Koordination von Lehrbetrieb, Berufsschule und BM, sowie Lernzeit und Freizeitaktivitäten können herausfordernd sein. Disziplin, Selbstorganisation und Freude am Lernen sind wichtige Eigenschaften, die ein erfolgreiches Absolvieren der Lehre mit BM1 begünstigen. Bevorzugt man es Schritt für Schritt voranzugehen und sich zuerst gänzlich auf die Lehre zu konzentrieren, dann wird die BM2 empfohlen. Die BM2 kann Vollzeit in einem Jahr oder Teilzeit in zwei Jahren absolviert werden.
Mit dem Abschluss der Berufsmaturität eröffnen sich viele Weiterbildungswege. Man hat die Möglichkeit, sich auf dem ursprünglich erlernten Lehrberuf weiterzubilden oder in eine komplett andere Richtung zu gehen. Dies ist sicherlich eine der grössten Chancen, welche die BM bietet.
Alle BM-Ausrichtungen im Überblick:
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Ausrichtungen |
Fachliche Schwerpunkte |
Mögliche Studienbereich |
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Technik, Architektur & Life Sciences |
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Natur, Landschaft & Lebensmittel |
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Wirtschaft & Dienstleistungen |
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Gestaltung & Kunst |
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Gesundheit & Soziales |
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Quelle: AfB, Kanton Schwyz
Hilfreiche Links:
berufsberatung.ch/dyn/show/3309
berufsmaturitaet.ch/
Kontakt:
Amt für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
BIZ Pfäffikon – BIZ Goldau – BIZ Einsiedeln
www.sz.ch/biz
Bildlegende: Die BM als Sprungbrett zu einer erfolgsversprechenden Karriere.
Quelle: Alexis Brown, Unsplash