Schulenderhebung 2025 – 99.6% der Schulabgängerinnen und Schulabgänger haben eine Anschlusslösung
1577 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Schwyz haben Anfang Juli die obligatorische Volksschule abgeschlossen. Am Stichtag der Datenerhebung, dem 27. Juni 2025, verfügten 99.6% der Jugendlichen über eine Anschlusslösung. 58.9% entschieden sich für eine berufliche Grundbildung, 30.6% für eine weiterführende Schule. Dies zeigt die Umfrage der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung.
Thomas Signer, Amt für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
Für welche Laufbahnwege und Berufe haben sich die Schulabgängerinnen und Schulabgänger nach der obligatorischen Schulzeit entschieden? Wie unterscheiden sich die männlichen von den weiblichen Jugendlichen in ihrer Berufswahl? Zu welchem Zeitpunkt erhielten die Jugendlichen die Zusagen für ihre Ausbildungsplätze? Was passiert mit den Jugendlichen, die Anfang Juli noch keine nachhaltige Lösung gefunden haben?
Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung hat auch in diesem Jahr den gesamten Schülerjahrgang im 9. Schuljahr, inklusive Mittelschulen, befragt – Stichtag der Datenerhebung war der 27. Juni 2025. Mit 1577 Jugendlichen war die Gesamtzahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger höher als im Vorjahr (1469).

Abb.1: Laufbahnwege aller befragten Jugendlichen
99.6% (Vorjahr: 99.7%) der Jugendlichen im Kanton Schwyz, die im Sommer 2025 die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben, ist der Wechsel in die berufliche Grundbildung, in eine weiterführende Schule wie Gymnasium oder Fachmittelschule oder in eine Zwischenlösung gelungen.
58.9% (63.6%) oder 929 Jugendliche beginnen eine 2-, 3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung (Berufslehre, Attestausbildung oder eine Praktische Ausbildung – PrA- über die IV) Das sind 5 weniger als im Vorjahr.
30.6% der Schulabgängerinnen und Schulabgänger hat sich für eine weiterführende Schule oder Mittelschule entschieden. Dies sind 100 mehr als letztes Jahr. Letztes Jahr ging diese Entwicklung mit 71 weniger als im Vorjahr jedoch in die andere Richtung.
Auffallend ist, dass deutlich mehr junge Frauen (38.7%) als Männer (22.9%) in eine Mittelschule übertreten – ein gesamtschweizerischer Trend, der sich auch im Kanton Schwyz abzeichnet.Den Weg einer Zwischenlösung inkl. des Kantonalen Brückenangebots haben 160 Jugendliche gewählt, prozentual gleich viele wie im Vorjahr.Die Anzahl der Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Umfrage noch keine Anschlusslösung aufzuweisen hatten, betrug wie im Vorjahr 5.
Berufliche Grundbildung
Top 10 der gewählten Berufe - Total
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Tab.1: Hitliste der gewählten Berufe (männlich und weiblich)
- Die Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Kanton Schwyz, die eine berufliche Grundbildung EFZ absolvieren, haben 92 (98) verschiedene Berufe gewählt.
- Insgesamt decken die 10 meistgewählten EFZ-Berufe knapp die Hälfte aller EFZ-Lehrverhältnisse ab.
- Am beliebtesten ist nach wie vor die Berufslehre Kaufmann/-frau EFZ. Der Anteil bleibt ungefähr konstant mit 14.4% (14.1%). Die 5 in privaten Handelsschulen sind neu in dieser Zahl bereits enthalten. Hinzu kommen jedoch noch die Wirtschaftsmittelschulen mit 4 Jugendlichen.
- Im Beruf Fachfrau/-mann Betreuung EFZ wurden 8 Praktikumsstellen vergeben, die unter den Zwischenlösungen und nicht unter den Lehrverhältnissen aufgeführt sind. Bei direktem Einstieg in die Lehre wäre die Zahl der Lehrverhältnisse in diesem Beruf deutlich höher.
Top 10 der gewählten Berufe - männliche Jugendliche
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Tab.2: Hitliste der gewählten Berufe (männlich)
- Zugenommen und neu in den Top 10 bei den männlichen Jugendlichen sind der Automatiker mit 18 (11), der Koch 17 (11) und der Automobil-Mechatroniker mit 17 (9) Lehrverhältnissen.
- Stark zurückgegangen sind Lehrverträge für Detailhandelsfachmänner von 30 auf 15 sowie bei den Zeichnern EFZ von 27 auf 11.
- Zum Bereich der Informatiker gehören zusätzlich noch 3 Jugendliche der Informatikmittelschulen.
- Die jungen Männer haben aus 90 (90) verschiedenen beruflichen Grundbildungen (EFZ und EBA) gewählt.
EBA-Berufe wurden mit 17 ähnlich viele gewählt wie im Vorjahr (18). An der Spitze ist wie letztes Jahr der Detailhandelsassistent EBA mit 5 Lehrverhältnissen (4). Gefolgt wird die Rangliste vom Küchenangestellten EBA und dem Logistiker EBA mit je 3 Lehrverhältnissen. 12 EBA-Berufe wurden von den männlichen Jugendlichen nur je einmal gewählt.
Top 10 der gewählten Berufe - weibliche Jugendliche
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Tab.3: Hitliste der gewählten Berufe (weiblich)
- Die weiblichen Jugendlichen haben 58 (64) verschiedene Berufe gewählt (EFZ und EBA).
- Bei den EFZ-Berufen ist die Favoritin weiterhin die Kauffrau mit 20.8% (16.8%), gefolgt von der Fachfrau Gesundheit mit 20.2% (12.8%) und der Fachfrau Betreuung mit 11.4% (10.5%).
- Die 10 meistgewählten EFZ-Berufe machen 88.3% (68.1%) aus.
- Die Assistentin Gesundheit und Soziales ist neu mit 6 (3) die meistgewählte EBA-Ausbildung. Sie wechselt die Spitzenposition mit der Detailhandelsassistentin EBA mit 3 Lehrvertragsabschlüssen (6).
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Zusammen machen diese beiden Berufe 9 der 11 EBA der weiblichen Jugendlichen aus. Weitere EBA-Berufe sind Schreinerpraktikerin und Kauffrau mit je einem Lehrverhältnis.
Ausserkantonale Lehrstellen
Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz wurden dieses Jahr insgesamt 13 (11) Kantone berücksichtigt. Im Wohnkanton Schwyz wurden 72.3% (71.3%) der Lehrstellen gefunden. 252 (263) Schulabgängerinnen und Schulabgänger treten eine Lehrstelle in einem anderen Kanton an. Die vier meistgewählten Kantone ausserhalb Schwyz sind wie letztes Jahr Zürich,
Zug, St. Gallen und Luzern. Dabei ist Zürich wieder mit Abstand an der Spitze.
Weiterführende Schulen
Gut 30% der Schulabgängerinnen und Schulabgänger haben sich für eine weiterführende Schule entschieden. 482 (382) oder 30.6% (26.0%) besuchen ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule. Der gesamtschweizerische Trend, dass mehr junge Frauen als Männer eine Mittelschule absolvieren, zeigt sich auch im Kanton Schwyz deutlich. 38.7% der jungen Frauen (32.1%) treten in eine weiterführende Schule ein. Bei ihren männlichen Kollegen sind es 22.9% (20.1%).
Zwischenlösungen und kantonales Brückenangebot
160 Schulabgängerinnen und Schulabgänger absolvieren eine sogenannte Zwischenlösung. Das heisst, sie besuchen ein Kantonales Brückenangebot, machen einen Sprachaufenthalt, ein Sozialjahr, ein Au-Pair-Jahr, starten mit einem Vorkurs oder ähnliches. Separat unter dieser Rubrik werden die 8 Praktikant/innen Fachfrau/-mann Betreuung Kinder ausgewiesen. Die Gesamtzahl ist von 148 auf 160 gestiegen. Das Verhältnis zu den Schulabgängerinnen und Schulabgänger bleibt mit 10.1% jedoch gleich wie im letzten Jahr.
Für das Kombinierte Brückenangebot haben sich 56 Jugendliche entschieden, beim Schulischen Brückenangebot sind es 50 Jugendliche. Dies entspricht einer Zunahme sowohl beim Kombinierten (47) wie auch beim Schulischen Brückenangebot (40).
Noch keine Lösung gefunden
Zum Zeitpunkt der Umfrage konnten 5 (5) Jugendliche noch keine Angaben über ihre Anschlusslösung nach der obligatorischen Schulzeit machen.
Die Gründe, weshalb diese Jugendlichen noch keine Anschlusslösung gefunden haben, sind vielfältig und individuell. Dazu zählen: schulische und persönliche Defizite, fehlende Motivation für eine Ausbildung, mangelnde Offenheit für Alternativlösungen, verzögerter Berufswahlprozess oder auch psychische Probleme.
Einige dieser jungen Leute wussten zwar, welche Berufslehre sie absolvieren möchten oder hatten alternative Pläne. Diese Pläne waren aber zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht umgesetzt. Einzelne befanden sich noch im Bewerbungs- und Selektionsprozess.
Direkt in den Arbeitsprozess
Dieses Jahr ist ein Schüler direkt in den Arbeitsprozess eingestiegen. Im Vorjahr war dies bei niemandem der Fall.