Gersau: Weitere Steinschlagschutznetze für Quartier «Tal»
Verbesserte Sicherheit beim Gersauerstock
Das Quartier «Tal» in Gersau ist nicht nur von Murgängen der Stockbachrunse betroffen, sondern auch durch Steinschlag. Es gibt zwar Schutznetze, die die Risiken etwas minimieren. Einige Sturzereignisse in den letzten Jahren haben aber gezeigt, dass diese nicht genügend stark sind. Um eine ausreichende Sicherheit für das Quartier zu gewährleisten, werden in den kommenden Monaten ergänzende Steinschlagschutznetze installiert.
Nach einer intensiven Planungsphase erfolgte im April 2026 der Startschuss für den Bau ergänzender Steinschlagschutznetze beim Quartier «Tal». Es ist vorgesehen, im steilen Hang oberhalb der Renggstrasse zusätzlich vier Netze mit einer Gesamtlänge von 250 Metern und bis 6 Meter Höhen zu bauen. Zudem sollen seitlich dieser Netze, unterhalb der Renggstrasse, weitere Grundstücke geschützt werden. Dafür wird ein Steinschlagschutznetz mit einer Länge von 66 Metern und einer Höhe von 4 Metern erstellt. Da die Bauwerke enorme Kräfte aushalten müssen, sind sie entsprechend massiv ausgebildet.
Zwei unterschiedliche Gefährdungen für das Quartier «Tal»
Während die Gefahr von Murgängen aus der Stockbachrunse mit dem Bau des Geschiebesammlers Breitloo und flankierenden Massnahmen deutlich reduziert ist, wird das Wohnquartier «Tal» in Gersau nach wie vor durch Sturzprozesse aus den Felsbändern des Gersauerstocks bedroht. Um die Wohnhäuser zu schützen, wurden im Jahr 2005 mehrere Steinschlagschutznetze erstellt. Diese haben zwischenzeitlich schon mehrere Blöcke gestoppt. Felsblöcke, welche die Netze überwanden und stark beschädigten, zeigten jedoch, dass der Schutz ungenügend ist. Eine detaillierte Überprüfung der Gefahrensituation bestätigte diesen Befund.
Mit den geplanten zusätzlichen Steinschlagschutznetzen kann die Gefährdung der Wohnhäuser im Quartier «Tal» auf ein Restrisiko reduziert werden. Die Gesamtkosten für die neuen Steinschlagschutznetze, getragen von Bund, Kanton, Bezirk und den direkt Betroffenen werden auf Fr. 1'525'000.00 geschätzt. Bauherrin ist die Flurgenossenschaft Steinschlagschutz Tal. Das Amt für Wald und Natur unterstützt die Flurgenossenschaft fachlich und organisatorisch.
Umweltdepartement
Lukas Inderbitzin
Leiter Abteilung Naturgefahren
Amt für Wald und Natur
+41 41 819 18 31
(erreichbar am Donnerstag, 23. April 2026: 13.00 - 14.00 Uhr)