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Löwenkreuzung in Pfäffikon: Projektierung eingestellt

Fehlender Konsens über die weitere Planung

Die Verkehrssituation in Pfäffikon ist und bleibt angespannt. (Foto: Stefan Zürrer)

Die Löwenkreuzung in Pfäffikon, wo die Schindellegi- und Churerstrasse aufeinandertreffen, ist verkehrlich überlastet und entspricht auch bei der Langsamverkehrsführung und den Bushaltestellen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ein entsprechendes Umgestaltungs- und Sanierungsprojekt des kantonalen Tiefbauamts stösst bei der Gemeinde Freienbach sowie Anstössern auf Widerstand, weshalb der Regierungsrat beschlossen hat, es nicht weiterzuverfolgen.

Die Verkehrsbelastung im Zentrum von Pfäffikon ist hoch. Insbesondere an der Löwenkreuzung, wo die beiden Kantonsstrassen Churer- und Schindellegistrasse aufeinandertreffen, ist die Überlastung so gross, dass der Knoten zeitweise nicht mehr leistungsfähig ist. Die Churerstrasse weist eine tägliche Verkehrsbelastung von rund 17 500 Fahrzeugen auf und verfügt im Betrachtungsperimeter über keine Velostreifen. Die Netzüberlastung führt zu Staubildung und Verlustzeiten, und im öffentlichen Verkehr zu Verspätungen, die Anschlussbrüche zwischen Bus und S-Bahn nach sich ziehen. Die Verkehrsspitzenzeiten, während denen der Verkehrsfluss und die Systemleistungsfähigkeit reduziert sind, dehnen sich stetig aus.

Umfassende Analysen und Planungen
Nachdem Planungsarbeiten für eine mögliche Umfahrung Pfäffikon im Jahr 2013 als Folge der inzwischen auf 270 Mio. Franken veranschlagten Kosten wieder eingestellt worden waren, erfolgten ab 2016 unter Einbezug der Gemeinde Freienbach diverse Studien zur Verbesserung der Situation auf der Churerstrasse. Diese mündeten letztlich in ein konkretes Vorprojekt, welches dank koordinierter Lichtsignalanlagen eine genügende Leistungsfähigkeit des Knotens bis 2040 und eine Verbesserung der Pünktlichkeit des öV sowie eine durchgehende Veloinfrastruktur auf der Churer- und der Schindellegistrasse beinhaltet. Auch die Situation des Fussverkehrs würde verbessert. Als nicht ausreichend leistungsfähig erwies sich dagegen eine Kreisellösung. Mehrere Studien bestätigten, dass in verkehrstechnischer Hinsicht einzig die gewählte Lösung mit den verschiedenen Lichtsignalanlagen sowohl heute als auch im Betrachtungszeitraum 2040 eine ausreichende Verkehrsqualität und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten vermag.

Dabei erfordert die Steuerung des Knotens mittels Lichtsignalanlagen auch entsprechende, zusätzliche Aufstellflächen, damit der erforderliche Verkehrsfluss sichergestellt werden kann. Nachdem für den Fussgänger- und insbesondere den Veloverkehr im näheren Umfeld bis heute keine adäquaten und machbaren Alternativlösungen ersichtlich sind, müssen die entsprechenden Infrastrukturen mit einzelnen Trenninseln für die Fussgängerquerung sowie beidseitige Velostreifen auf der Haupt- bzw. Churerstrasse errichtet werden. Nur so können die Sicherheit, aber auch die Attraktivität des Langsamverkehrs erheblich gesteigert werden. Für all diese Themenbereiche bestehen gesetzliche Vorgaben, weshalb das Gesamtprojekt eben nicht einseitig nur auf einzelne Aspekte ausgerichtet werden kann, sondern alle betroffenen Belange adäquat berücksichtigen muss. Und so geht der Regierungsrat davon aus, dass dem Vorhaben auch Widerstand erwachsen würde, wenn zur Verringerung des (Dritt-)Flächenbedarfs auf die Velostreifen oder behindertengerecht ausgestaltete Bushaltestellen verzichtet würde.

Fehlender Projektrückhalt in der Gemeinde
Zum Bedauern des Regierungsrates findet das jetzt vorliegende Vorprojekt weder seitens des Gemeinderates Freienbach noch betroffener Anstösser, welche sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben, einen ausreichenden Rückhalt. Dies insbesondere deshalb, weil es nach deren Ansicht zu stark auf die verkehrlichen Bedürfnisse ausgerichtet sei, einen übermässigen Flächenbedarf nach sich ziehe und gestalterische Aspekte ungenügend berücksichtige.

Einstellung der Projektierungsarbeiten
Für ein derart grosses und kostenintensives Projekt wie das vorliegende, das von seiner Lage und Wirkung her aber dennoch hauptsächlich eine lokale Wirkung hat, sollte nach Ansicht des Regierungsrates möglichst ein örtlicher Rückhalt gegeben sein. Nachdem sich Kanton und Gemeinde trotz langer Bemühungen und – das gilt es trotz allem zu betonen – einer an sich guten und konstruktiven Zusammenarbeit nicht auf ein Projekt einigen konnten, sind für den Regierungsrat hier die Voraussetzungen für eine erfolgversprechende Weiterverfolgung derzeit leider nicht gegeben.

Auch wenn der Regierungsrat von der Sinnhaftigkeit und vom Nutzen des Vorhabens in der oben beschriebenen Form weiterhin überzeugt ist und davon ausgeht, dass in einigen Jahren (die dann eben nicht genutzt worden sind) die Diskussion als Folge der weiter verschärften Verkehrssituation vor Ort – unter alsdann noch schwierigeren Rahmenbedingungen – neu lanciert wird, hält er im jetzigen Zeitpunkt somit dafür, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. Entsprechend werden die Planungsarbeiten abgebrochen.

Der Ersatz des Durchlasses Staldenbach wird aufgrund seines schlechten Zustands einerseits und der dortigen Hochwasserthematik andererseits jedoch weiterverfolgt und der Durchlass – losgelöst vom Strassenbauprojekt – als Einzelprojekt umgesetzt. Da der Durchlass in Knotennähe sowie mitten im stark überbauten Siedlungsgebiet liegt, muss zu gegebenem Zeitpunkt aber auch dafür mit einer mehrmonatigen Bauzeit gerechnet werden.

Staatskanzlei


Regierungsrat André Rüegsegger
Vorsteher Baudepartement
+41 41 819 25 00


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