Japankäfer: Überwachung und Tilgung auch im Sommer 2026
Der Kanton Schwyz setzt weiterhin auf Überwachung und Eindämmung der Population.
Der Japankäfer, der im Sommer 2024 erstmals im Gebiet Sägel / Lauerzersee entdeckt wurde, stellt weiterhin eine Gefahr für Landwirtschaft, Grünanlagen und Privatgärten dar. Im Jahr 2025 wurden im gesamten Kanton Schwyz neun Japankäfer gefangen. Die Fangzahlen zeigen gegenüber 2024 keine klare Zunahme, gleichzeitig konnte aber auch noch keine vollständige Tilgung der Population festgestellt werden. Der Kanton Schwyz führt deshalb die Überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen im Auftrag des Bundes auch im Sommer 2026 weiter.
Der Japankäfer verursacht an mehr als 400 Wirtspflanzen Frassschäden. Besonders betroffen sind unter anderem Mais, Rosen, Reben, Obstbäume oder Ahorn. Neben den ausgewachsenen Käfern richten auch die Larven grosse Schäden an, indem sie Wurzeln von Gräsern und Kulturpflanzen anfressen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) rechnet allein in der Landwirtschaft mit potenziellen Schäden in der Höhe von mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr. Hinzu kommen Schäden an Sportplätzen, Parks, Grünanlagen und privaten Gärten.
Ziele der Bekämpfung bleiben unverändert
Mit neun gefangenen Japankäfer im Jahr 2025 wird die Lage aus Sicht des kantonalen Pflanzenschutzdienstes als stabil beurteilt. Positiv bewertet wird insbesondere, dass keine deutliche Ausbreitung in neue Gebiete festgestellt wurde. Gleichzeitig zeigen die Funde, dass weiterhin eine Population im Raum Sägel vorhanden ist.
Der kantonale Pflanzenschutzdienst verfolgt deshalb auch 2026 weiterhin folgende Ziele:
- Früherkennung weiterer Funde;
- Eindämmung einer weiteren Ausbreitung;
- Reduktion der Population, insbesondere der adulten Käfer;
- Sensibilisierung und Einbindung von Bevölkerung, Gemeinden und Landwirtschaft.
Lockstofffallen als zentrales Element der Strategie
Zentrales Element der kantonalen Überwachungs- und Bekämpfungsstrategie sind Lockstofffallen. Die rund 40 Zentimeter grossen Fallen bestehen aus einem Trichter mit Auffangbehälter. Im Innern befindet sich ein spezieller Lockstoff (Pheromon), der gezielt Japankäfer anzieht. Der grosse Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sie für die Bevölkerung und Landwirtschaft praktisch keine Einschränkungen verursacht und flexibel während der Saison auf- und abgebaut werden kann.
spezifisches Pheromon. (Bild: Lara Wyser)
Der Kanton wird in einer ersten Phase rund 110 Lockstofffallen im gesamten Kantonsgebiet installieren. Ziel ist es, den Käfer frühzeitig zu erkennen, neue Populationen möglichst rasch einzugrenzen und die weitere Ausbreitung zu verhindern. Je nach dem Auftreten der Japankäferpopulation während der Flugphase können weitere Fallenstandorte dazu kommen.
Die höchste Fallendichte befindet sich mit rund 50 Fallen erneut im Naturschutzgebiet Sägel. Dort dienen die Fallen nicht nur der Überwachung, sondern gleichzeitig auch dem sogenannten Massenfang. Dabei handelt es sich um eine Pflanzenschutzmethode, bei der durch eine grosse Anzahl Fallen möglichst viele adulte Käfer abgefangen werden, um die Population gezielt zu reduzieren. Diese Methode wird im integrierten Pflanzenschutz eingesetzt und hilft, den Einsatz weiterer Bekämpfungsmassnahmen möglichst gering zu halten. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre zeigen zudem, dass der Beifang anderer Insekten gering ist. Das verwendete Pheromon wirkt sehr spezifisch auf den Japankäfer.
Überwachung an Risikostandorten
Die restlichen Fallen werden mehrheitlich innerhalb der bestehenden Pufferzone aufgestellt. Sie dienen primär der klassischen Überwachung und werden insbesondere an Risikostandorten wie Sportanlagen, Bahnhöfen oder feuchteren Landwirtschaftsflächen eingesetzt. Weitere vereinzelte Fallenstandorte im übrigen Kantonsgebiet sind Teil der nationalen Gebietsüberwachung des Bundes. Jede Falle wird mit einem Pfahl montiert und mit einem QR-Code versehen, der direkt auf die kantonale Informationsseite zum Japankäfer führt. Dort finden Bevölkerung, Gemeinden und Landwirtschaft aktuelle Informationen sowie Hinweise zum richtigen Verhalten bei einem Verdachtsfall.
Der kantonale Pflanzenschutzdienst bemüht sich, die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer vorgängig über die Installation der Fallen zu informieren. Aufgrund der grossen Anzahl Fallen kann dies jedoch nicht in jedem Einzelfall garantiert werden. Die betroffenen Gemeinden werden über die Fallenstandorte informiert.
Was tun bei einem Fund?
Der Japankäfer ist ein meldepflichtiger Quarantäneorganismus. Verdächtige Käfer sollen möglichst lebend eingefangen und keinesfalls wieder freigelassen werden. Die Tiere sind in einem gut verschliessbaren Behälter mindestens über Nacht einzufrieren – auch wenn sie bereits tot wirken.
Für eine eindeutige Identifikation sind die typischen weissen Haarbüschel am Hinterleib entscheidend. Es wird empfohlen, ein scharfes, gut ausgeleuchtetes Foto zu machen, idealerweise mit einem Massstab oder Lineal daneben.
Neu steht der Bevölkerung im Jahr 2026 ein kantonales Online-Meldeformular zur Verfügung. Verdächtige Käferfunde können damit direkt online inklusive Foto und Standortangaben an den kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Jede Meldung hilft mit, eine weitere Ausbreitung des Japankäfers im Kanton Schwyz frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
Weiterführende Informationen: www.sz.ch/afl/japankaefer
Amt für Landwirtschaft
Lara Wyser, Agronomin
Fachstelle Obstbau, Rebbau und Pflanzenschutz
+41 41 819 84 58