Navigieren im Kanton Schwyz

Reif für den Sieg

Teil 2 der OLMA-Serie

Christoph Mächler ist Käsermeister und milchwirtschaftlicher Berater des Kantons Schwyz und amtet als Taxations-Obmann der kantonalen Alpkäse-Prämierung. (Bild: Andrea Betschart)

Wenn die OLMA vom 8. bis 18. Oktober 2026 ihre Tore öffnet, ist der Kanton Schwyz nicht nur Gastkanton, sondern auch Wettbewerbsteilnehmer. Am 9. Oktober kürt die OLMA zum 25. Mal die besten Alpkäse der Schweiz. Für Schwyzerinnen und Schwyzer ist das gleich doppelt ein Grund, nach St. Gallen zu reisen – um zu sehen, wie sich der eigene Kanton präsentiert, und um zu erleben, wie er sich kulinarisch schlägt. Denn neu lassen sich die ausgezeichneten Käse direkt vor Ort degustieren.

Am Freitag, 9. Oktober 2026, geht die OLMA Alpkäse-Prämierung in ihre 25. Ausgabe. Älplerinnen und Älpler aus der ganzen Schweiz und aus dem Fürstentum Liechtenstein reichen ihre besten Laibe ein; eine Fachjury bewertet sie nach klaren Kriterien – in Kategorien von Halbhartkäse über Hartkäse und Mutschli bis zum reinen Ziegenkäse. Veranstalterin ist die OLMA Messen St.Gallen AG, Hauptsponsorin die Dachmarke Schweizer Alpkäse.

Aus der Preisverleihung wird dieses Jahr ein genussvoller Treffpunkt für Käseliebhaberinnen und -liebhaber: Neu dürfen die prämierten Käse gleich im Anschluss vor Ort probiert werden. «Der Wettbewerb ist Qualitätssicherung und Qualitätsförderung zugleich – und ein willkommenes Schaufenster für den Schwyzer Alpkäse», sagt Christoph Mächler, milchwirtschaftlicher Berater des Kantons Schwyz.

Schwyz mischt mit
Im Kanton Schwyz wird auf rund 40 Alpen Käse produziert – meist in kleinen, über Generationen weitergegebenen Familienbetrieben. Zwei Drittel der Käserinnen und Käser betreiben auch Landwirtschaft und ziehen mit eigenen Kühen auf die Alp. An die OLMA reisen vor allem grössere Betriebe, die auch Migros und Coop beliefern.

Schwyz tritt bei den vollfetten Halbhartkäsen an – und ist zudem stark beim Ziegenkäse, einer eigenen Kategorie der Prämierung, in der Schwyzer Produkte in den vergangenen Jahren wiederholt vorne mitmischten. Zu den Alpen, die ihre Käse einreichen, zählen etwa Alp Tröligen am Stoos, Alp Lipplisbüel, Alp Gummen, Alp Laui und die Charetalp. Wer als Älplerin oder Älpler selbst antreten möchte, kann sich noch bis am 24. August 2026 anmelden.

Was einen Siegerkäse ausmacht
Worauf achten die Fachleute? Zuerst auf das Äussere: Ein gepflegter Alpkäse zeigt eine gleichmässige, rotbraune Rinde ohne Schimmel- oder Trockenstellen – ihre Farbe stammt von pigmentbildenden Bakterien, dem Brevibacterium linens. Dann der Teig, der schön elfenbeinfarben und gleichmässig daherkommen soll. Es folgt die Lochung: ideal sind zwei bis drei erbsengrosse Löcher, wobei sich in dieser Hinsicht ein neuer Trend abzeichnet: «Ein Käse, der beim Anschneiden keine Löcher zeigt, kann das Käserhandwerk ebenso gut auszeichnen wie einer mit vielen Löchern», sagt Mächler. Entscheidend ist schliesslich der Geschmack – rein, ohne Beigeschmack, weder bitter noch süsslich, sauer oder scharf.

Haltbarkeit vor schnellerer Reife – das Schwyzer Handicap
Schwyzer Alpkäse ist kein geschützter Sortenkäse. Es gibt ein Grundrezept, doch jede Alp arbeitet mit eigenen Kulturen, eigenen Kühen und einer eigenen Käsegeschichte – das macht die Vielfalt aus. Anders als ein Bündner oder St. Galler Alpkäse, der früh reift und rasch genossen wird, setzen die Schwyzer auf gut lagerfähigen Käse, der auch nach einem Jahr noch überzeugt. Das hat an der OLMA im Oktober seinen Preis: Der langsam reifende Schwyzer Käse hat sein geschmackliches Maximum dann häufig noch nicht erreicht und landet im Wettbewerb oft nur im Mittelfeld. Das ist zwar ein Nachteil bei der Prämierung, aber ein eindeutiger Vorteil für einheimische Geniesserinnen und Geniesser.

Erfahrung, Präzision – und Wetterglück
Guter Alpkäse ist das Resultat von Erfahrung und Präzision – und ein Stück weit von Wetterglück. Auf der Alp wird mit der Natur gearbeitet: «Ein Hagelzug Mitte August kann eine ganze Alpsaison zunichtemachen», sagt Mächler. Auch Schnee und Wassermangel sind ein Thema, gerade auf den Hochalpen; entsprechend wurde zuletzt viel in die Wasserversorgung investiert – mit Unterstützung von Kanton und Bund. Über Mengen und Qualität des laufenden Sommers lässt sich deshalb erst im Herbst Verlässliches sagen. So viel steht immerhin fest: Der Start in die Saison ist geglückt.

Die OLMA wird zum Heimspiel
Für die Schwyzer Bevölkerung lohnt sich die Reise nach St. Gallen gleich mehrfach. Am Freitag, 9. Oktober, locken die Alpkäse-Prämierung und die anschliessende Degustation; am Samstag, 10. Oktober, ziehen am Tag des Gastkantons rund 1300 Schwyzerinnen und Schwyzer durch die Strassen, und in der Sonderschau zeigt der Kanton, was ihn ausmacht.

Die Anreise ist günstig: Das OLMA-Reiseticket gibt es ab 1. September 2026 unter sob.ch/olma, gültig ab jedem Bahnhof und jeder Bushaltestelle im Kanton Schwyz bis zur Haltestelle «St. Gallen, Olma Messen». Welcher der beste Alpkäse ist, entscheidet am Ende ohnehin der eigene Gaumen – und warum nicht dort, wo der eigene Kanton zu Gast ist?

Volkswirtschaftsdepartement


Peter Reichmuth
Departementssekretär
+41 41 819 16 03
peter.reichmuth@sz.ch


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