Wohin soll sich die Volksschule entwickeln? - Forum Starke Volkschulen Schwyz vom 20. Mai 2026
Mit dieser Frage beschäftigte sich das «Forum Starke Volksschulen Schwyz» vom 20. Mai 2026. Die Eröffnung machten nach einer kurzen Ansprache von Pascal Staub, Präsident Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schwyz, die Referate von Dr. Christa Wehrli, Bezirk Schwyz, und Judith Signer, Bezirk Küssnacht, zu aktuellen Schulentwicklungsprozessen in ihren Bezirken.
Schulentwicklung wird heute sowohl von innerhalb als auch von ausserhalb der Schule eingefordert. Schulleitungen, Schulräte, das Amt für Volksschulen und Sport sowie Eltern formulieren Erwartungen an die Schule von morgen. Gleichzeitig führen gesellschaftliche und technologische Veränderungen zu neuen Anforderungen an Lehrpersonen und Lernende. Schulen sollen digitale Kompetenzen fördern, Integration ermöglichen, individuelles Lernen begleiten und Kinder und Jugendliche auf eine zunehmend komplexe Lebenswelt vorbereiten – möglichst ohne zusätzliche Kosten.
Im Bezirk Schwyz reagiert der Schulrat darauf mit verbindlich definierten Schwerpunkten der Schulentwicklung. Die Rektorin Christa Wehrli nannte dabei unter anderem IT-Kompetenzen, selbstorganisiertes Lernen mit Lernlandschaften sowie die Begabungs- und Begabtenförderung. Darüber hinaus können Schulen weitere Entwicklungsfelder aufgreifen, beispielsweise das Schulfach Glück, flexible Unterrichtszeiten mit versetztem Schulbeginn oder die Aufhebung des klassischen 45-Minuten-Takts.
Die Präsentation des Bezirks Küssnacht verdeutlichte die hohe Komplexität heutiger Schulentwicklung. Die Prorektorin Judith Signer zeigte anhand eines Projekts zum Umgang mit herausforderndem Verhalten von Schülerinnen und Schülern, wie vielschichtig entsprechende Prozesse organisiert werden müssen. Der vorgestellte Entwicklungsprozess reichte von Bestandesaufnahmen in den einzelnen Schulen über den Austausch mit Fachleuten und Schulleitungen bis hin zur Planung einer Pilotphase und deren späterer Evaluation. Insgesamt umfasst das laufende Projekt 15 Schritte und machte deutlich, dass Schulentwicklung Zeit benötigt.
Für die Umsetzung solcher Entwicklungen kann die Grösse einer Schule zugleich Chance und Herausforderung sein. Einerseits entstehen durch grössere Strukturen Komplexität und Trägheit, andererseits gibt es mehr Orte für Ideen und Innovationen. Zentral bleibt dabei, genügend Zeit für das Kerngeschäft Unterricht zu bewahren und zugleich Raum für Entwicklungsprozesse zu schaffen. Gelingt dies, können Mitarbeitende aktiv in die Gestaltung eingebunden werden, wodurch sich Schulentwicklung wie ein roter Faden durch die gesamte Schullandschaft ziehen kann.
Die vorgestellten Beispiele zeigten zudem, dass Schulen zunehmend neue Unterrichtsformen und Organisationsmodelle prüfen. Schulentwicklung betrifft heute nicht mehr nur den Unterricht selbst, sondern ganze Schulorganisationen. Ausserdem betonte Christa Wehrli, dass nicht alle Schulen identische Entwicklungen gleich umsetzen müssten. Entscheidend seien gemeinsame Grundsätze inklusive Gestaltungsspielraum für die einzelnen Schulen.
Im zweiten Teil des Forums wurden aktuelle Abschlussarbeiten des «CAS Schulleitung» vorgestellt. Zudem erhielten die Teilnehmenden Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten der Kantonsschule Ausserschwyz kennenzulernen.
Abschliessend stellte die Rektorin der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ), Prof. Dr. Kathrin Futter, die Gesamtstrategie 2026 bis 2030 vor. Diese sieht unter anderem vor, die hohe Qualität in allen Leistungsbereichen weiterzuentwickeln, die Profilelemente «Flexibles Lernen», «Digitale Transformation» und «Personalentwicklung» zu stärken sowie langfristige Kooperationen auszubauen. Dabei soll die PHSZ eine persönliche und agile Hochschule bleiben, die ihre Prozesse kontinuierlich überprüft und optimiert.
Die Anmeldezahlen für das Studienjahr 2026/27 bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Gleichzeitig ist die Zahl der Fernstudierenden gestiegen. Neu werden Weiterbildungskurse, welche ECTS-Punkten vergeben, eingeführt. Zudem wird der CAS «Fachdidaktische Vertiefung» angeboten, dessen einzelne Kurse auch separat besucht werden können.
Die Amtsvorsteherin des Amts für Volksschulen und Sport, Dr. Tanja Grimaudo Meyer, informierte abschliessend über aktuelle Projekte, kommende Veranstaltungen sowie pendente parlamentarische Vorstösse.
Das «Forum Starke Volksschulen Schwyz» findet seit 2015 statt und ersetzt die früheren Schulleiterkonferenzen des Amts für Volksschulen und Sport (AVS) sowie den «Führungsdialog» der PHSZ. Das Forum wird zweimal jährlich in Zusammenarbeit zwischen dem AVS, der PHSZ und dem Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schwyz durchgeführt.
Eingeladen waren sämtliche hauptverantwortlichen Schulleitungen, Leitungs- und Fachpersonen der PHSZ und des AVS sowie die Geschäftsleitung des LSZ. Der Anlass stand zudem weiteren Mitgliedern der Schulleitungen offen. Das nächste Forum Starke Volksschulen Schwyz findet am 25. November 2026 statt und widmet sich dem Thema «Mobbing im Schulalltag».