Hochzeitssaison der Amphibien am Lauerzersee
Schutzgebietsaufsicht lud mit Standaktion zum Dialog ein
Zur Hochzeitssaison der Amphibien informierte die Schutzgebietsaufsicht kürzlich mit einem Stand im Naturschutzgebiet Lauerzersee über die heimischen Amphibien und ihre Lebensweise. Die meisten Arten lassen sich nur noch bis Anfang Juli an den Gewässern beobachten, danach ziehen sie sich in ihre Landlebensräume zurück.
Die Standaktion fand im kantonalen Naturschutzgebiet Lauerzersee-Sägel-Schutt statt. Dort wurden verschiedene einheimische Tiere mit Stopfpräparaten, lebensechten Modellen und Fotos vorgestellt. Im Mittelpunkt standen die Amphibien. Das Schutzgebiet ist nicht nur eine wertvolle Moorlandschaft mit bedeutenden Moorbiotopen, sondern auch ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Es beherbergt grosse Bestände von Grasfröschen, Erdkröten und Bergmolchen sowie seltenere Arten wie Gelbbauchunken, Teich-, Faden- und Kammmolche. Zur Fortpflanzung wandern diese Arten im Frühling – je nach Witterung zwischen Ende Februar und Ende April – an die Gewässer. Dort lassen sie sich am besten beobachten.
Amphibien sind geschützt
In der Schweiz sind alle Amphibienarten bundesrechtlich geschützt. Die meisten gelten als gefährdet, da geeignete Fortpflanzungsgewässer mit naturnaher, strukturreicher Umgebung zunehmend verschwinden. Laichgewässer und ihre Umgebung stehen deshalb unter Schutz, wie am Lauerzersee innerhalb eines grösseren Schutzgebiets mit vielfältigen Lebensräumen. Je spezialisierter eine Amphibienart in ihren Ansprüchen ist, desto seltener ist sie. Gelbbauchunken und Fadenmolche bevorzugen vegetationsarme, flache Tümpel und Rinnsale, während Kammmolche eher in tiefen, klaren Weihern mit reicher Unterwasservegetation leben. Die von Quellaufstössen geprägten Tümpel im Gebiet des Schutts bieten ihnen ideale Bedingungen. Wer Kammmolch und Co. in freier Natur entdecken will, braucht etwas Geduld. Ein längerer Blick ins Wasser lohnt sich, vor allem noch bis Anfang Juli. Danach verlassen fast alle Amphibien die Gewässer (mit Ausnahme des laut rufenden Wasserfroschs und vereinzelter Gelbbauchunken) und verbringen den Rest des Jahres an schattigen, feuchten Orten an Land.
Rege Gespräche am Informationsstand
Am Informationsstand wurden zudem weitere am Lauerzersee vorkommende Tiere präsentiert, darunter Reptilien wie Zauneidechse, Blindschleiche sowie Ringel- und Schlingnatter, Vögel wie Waldohreule, Sperber und Habicht sowie Säugetiere wie Steinmarder, Siebenschläfer und Eichhörnchen. Alle Tierarten stiessen auf reges Interesse und führten zu angeregten Gesprächen über Tierbeobachtungen, Schutzmassnahmen und Gefahren im eigenen Garten. Mehrfach wurde festgestellt, dass es in Gärten oft an wichtigen Kleinstrukturen wie Ast-, Gras- oder Steinhaufen fehlt. Auch wurde thematisiert, dass Fische in Gartenteichen Amphibienlaich und Kaulquappen fressen und Mähroboter, insbesondere nachts, nachtaktive Kleintiere wie Molche, Frösche, Kröten, Blindschleichen oder Igel schwer verletzen oder töten können. Unser Appell: Schaffen Sie in Ihrem Garten sichere Rückzugsräume – Amphibien und andere Kleintiere werden es Ihnen danken!
Amt für Wald und Natur
Annemarie Sandor
Leiterin Schutzgebietsaufsicht
+41 41 819 18 50