Neue Wärmenutzungskarte auf dem WebGIS Schwyz
(AfU/i) Die Wärmegewinnung aus Grundwasser und Erdwärme hat sich in den letzten Jahren als wichtige Alternative zu Ölheizungen etabliert. Als klimaschonende und effiziente Technologien werden Erdwärmesonden und Grundwasserwärmepumpen oft für Haushalte wie auch Industriegebäude eingesetzt. Nicht überall ist die Nutzung dieser erneuerbaren Energien jedoch möglich. Das Amt für Umweltschutz (AfU) hat im Herbst 2019 die Wärmenutzungskarte aufgrund von aktuellen geologischen Kenntnissen angepasst und neu publiziert. Diese soll einen Überblick bieten, wo die Nutzungen möglich sind.
Bei Erdwärmesonden wird mittels eines geschlossenen Kreislaufs Wärme aus dem Boden in ein Gebäude geführt. Das Rohrsystem solcher Sonden wird meist vertikal in den Boden eingebracht. Im Kanton Schwyz erreichen sie oft Tiefen von rund 200 m. Da Erdwärmesonden tief in den Untergrund reichen, müssen die geologischen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Nicht überall sind solche Bohrungen möglich oder sinnvoll. Für Grundwasserwärmepumpen wird oberflächennahes Grundwasser gefördert. Im Gebäude wird dem Wasser dann Wärme entzogen oder zugeführt. Danach muss das Wasser in den Untergrund rückgeführt bzw. versickert werden. Für Grundwasserwärmepumpen muss demnach eine genügende Menge nutzbares Grundwasser vorhanden sein.
Die Wärmenutzungskarte stellt eine Entscheidungsgrundlage für verschiedene Wärmenutzungen dar. In erster Linie soll die Karte darstellen, an welchen Standorten im Kanton Schwyz, vorbehältlich neuer (hydro-)geologischer Erkenntnisse, Erdwärmesonden bzw. Grundwasserwärmepumpen erstellt werden dürfen und wo nicht. Im Oktober 2019 wurde die neue Wärmenutzungskarte auf dem WebGIS des Kantons Schwyz aufgeschaltet. Dies war notwendig, da die Karte aus dem Jahr 2013 nicht mehr aktuell war, d.h. nicht mehr den heutigen Kenntnissen des Untergrunds entsprach.
Die Möglichkeiten von Erdwärmesonden und Grundwasserwärmepumpen werden nun in zwei separaten Karten dargestellt. Dadurch wurden die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit wesentlich verbessert. Es wird zwischen den drei Kategorien «ja», «nein» und «Abklärung nötig» unterschieden. Diese Zulässigkeiten sind anhand einer Ampel-Signatur (rot-gelb-grün) ersichtlich. Innerhalb roter Flächen ist die Nutzung der jeweiligen Wärmequelle nicht möglich bzw. nicht sinvoll, da die gegenwärtige Nutzung oder der Schutz der Fläche dies nicht zulässt (z.B. Schutzzonen, Strassen, Naturgefahren, Gewässerraum, Wald). Erdwärmesonden oder Grundwasserwärmepumpen in gelben Gebieten sind nur nach weitergehenden Abklärungen möglich (z.B. Tiefenbeschränkungen, belastete Standorte, Planungsperimeter). In grünen Gebieten ist die jeweilige Wärmenutzung in der Regel zulässig. Bei Fragen zu Erd- oder Grundwasserwärmenutzung steht das AfU gerne zur Verfügung.
Weitere Informationen
Da das AfU Informationen zum Aufbau des Untergrunds sammelt und laufend neue Kenntnisse gewinnt, wird die Karte regelmässig angepasst.
- Die Wärmenutzungskarte lässt sich unter https://map.geo.sz.ch/ >Geokategorien >Energie aufrufen.
- Allgemeine Informationen über die Wärmenutzungskarte
Umweltdepartement