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Bäche und Seen, wo sonst keine sind

Oberflächenabfluss verursacht zunehmend Schäden

(UD/AWN) Oberflächenabfluss ist im Zusammenhang mit den Naturgefahren zu einem wichtigen Begriff geworden. Dieser entsteht, sobald Niederschlags- oder Schneeschmelzwasser nicht mehr in den Boden eindringen kann. Oberflächenabfluss hat gerade im Juli 2021 auch im Kanton Schwyz zu grossen Schäden geführt. Mit wenigen Vorsorgemassnahmen lassen sich diese Schäden minimieren oder sogar vollständig vermeiden.

Die Unwetter vom Sommer 2021 sind nach wie vor präsent – zumindest bei jenen, deren Eigentum damals unter Wasser stand. Zweifelsohne waren die Verhältnisse im letzten Jahr speziell: Viel Niederschlag, gesättigte Böden und starke Gewitter. Diese Zutaten bilden die Grundlage für Schadenereignisse durch Oberflächenabfluss.

Extremwerte beim Oberflächenabfluss
Die stärksten Gewitter erreichten den Kanton Schwyz am 25. und 26. Juli 2021. Kaum eine Region blieb verschont. Einige Gewitter erreichten gar Spitzenwerte bezüglich 10-Minuten-Niederschlagssummen. Die Messstation Schwyz/Seewen der MeteoGroup Schweiz AG registrierte eine erstaunliche 10-Minutensumme von 27 mm. Zum Vergleich: Der schweizweit je gemessene Höchstwert liegt bei 41 mm (Lausanne im Juni 2018). Auf der Alpensüdseite, welche für seine intensiven Niederschläge bekannt ist, liegt der Spitzenwert bei 37 mm.

Grossflächiger Wasserabfluss
Bei intensiven Niederschlägen und gesättigten oder verdichteten Böden kann das Regenwasser kaum mehr versickern. Es sammelt sich und fliesst dem Gelände folgend in Rinnen, Senken und bevorzugt auf Strassen ab. Bäche und Seen entstehen, wo sonst keine sind. Wo damit zu rechnen ist, kann der Gefährdungskarte Oberflächenabfluss im kantonalen WebGIS entnommen werden (https://map.geo.sz.ch/s/sz_awn_oberflaechenabfluss). Das Wasser dringt dabei in Erdgeschosse und Keller ein und überflutet Tiefgaragen. Von den 54 000 Bauten im Kanton Schwyz sind 35 000 gefährdet. Schadenanalysen zeigen, dass Oberflächenabfluss bei Starkniederschlägen für bis zu 50 % der Hochwasserschäden verantwortlich ist.

Schutzmassnahmen wirken
Schutzmassnahmen sind gerade bei Neubauten einfach und kostengünstig umzusetzen. Die Terraingestaltung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Zusätzlich können gefährdete Gebäudeöffnungen wie Lüftungs- und Lichtschächte im Erd- und Untergeschoss abgedichtet oder erhöht angeordnet werden. Oft sind auch Ablenkmauern oder andere Längsstrukturen entlang Strassen sehr wirksam. Auf jeden Fall sind Beobachtung und eigenverantwortliches Handeln gefragt! Zusätzliche Informationen zum Oberflächenabfluss wie auch zu anderen Themen im Bereich Naturgefahren sind auf der Internetseite des Fachbereichs Naturgefahren zu finden (www.sz.ch/naturgefahren).

Umweltdepartement
Auskunft: Amt für Wald und Natur, Lukas Inderbitzin Tel. 041 819 18 31 (erreichbar von 10 bis 11 Uhr)

Fotos:

  • Foto Schaffhausen, Quellenangabe: Tiefbau Schaffhausen
  • Foto Wägital, Quellenangabe: Bezirk March
  • Foto Abflusskarte Einsiedeln, Quellenangabe: WebGIS Kt. Schwyz
     
    Überschwemmter Hauseingang nach Hagelschlag (Foto Schaffhausen)
    Oberflächenabfluss und Hochwasser in Vorderthal am 25. Juli 2021
    Oberflächenabflusskarte Bezirk Einsiedeln

     


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