Brutsaison der Kiebitze ist abgeschlossen
Bruterfolge trotz schwieriger Bedingungen
Trotz schwierigen Voraussetzungen sind in den Naturschutzgebieten Nuoler Ried und Frauenwinkel dieses Jahr mindestens 11 Kiebitze flügge geworden. Besonders bewährt haben sich die Kiebitzförderflächen, welche von einer Vielzahl seltener Vogelarten genutzt wurden.
Der Kiebitz ist in der Schweiz stark gefährdet. Umso erfreulicher ist die fortwährende Anwesenheit des auffälligen Vogels in den Naturschutzgebieten am Zürich- und Obersee. Nach sehr ergiebigen Vorjahren war der Bruterfolg der Saison 2025 verhalten. Nebst einem Fuchs, der wiederholt Kiebitznester plünderte, kam auch die Regenperiode im Frühling für die Kiebitze zur falschen Zeit und raubte Elterntieren und Küken viel Energie. Den schwierigen Voraussetzungen zum Trotz konnten jedoch auch heuer mindestens 11 Kiebitze das Flüggealter erreichen.
Dass der Kanton Schwyz heute mit Stolz auf seine stabile Kiebitzpopulation verweisen darf, ist das Resultat engagierter Erhaltungsarbeit. Auf der vom Bundesamt für Umwelt veröffentlichten «Liste der national prioritären Arten der Schweiz» befindet sich der Kiebitz in der höchsten Prioritätskategorie. Das Amt für Wald und Natur unterstützt deshalb das von der Stiftung Frauenwinkel koordinierte Projekt zur Erhaltung des Kiebitzes in den Naturschutzgebieten Nuoler Ried und Frauenwinkel. Weiter leisten Freiwillige jährlich viele Stunden unbezahlten Einsatz, und die Landwirte, auf deren Feldern Kiebitze brüten, koordinieren ihre Arbeit mit der Stiftung, um Verluste von Nestern oder Küken zu verhindern.
Dieser Aufwand ist erforderlich, weil der Kiebitz am Boden brütet. Sein ursprünglicher Lebensraum – weitläufige, niedrig wachsende Riedlandschaften – ist heute praktisch nicht mehr vorhanden, weshalb der Kiebitz seine Nester im Frühling ersatzweise auch auf frisch gepflügten Äckern oder niedrigen Wiesen baut. Um Verluste von Nestern oder Küken durch landwirtschaftliche Einsätze zu verhindern, melden betroffene Landwirte im Nuoler Ried und im Frauenwinkel bevorstehende Einsätze bei der Stiftung Frauenwinkel an. Gefährdete Nester werden dann so markiert, dass diese bei der Bewirtschaftung ausgelassen werden können. Bereits geschlüpfte Küken, die sich bei Gefahr instinktiv ducken, statt zu fliehen, werden von der Fläche vertrieben oder für die Dauer des Einsatzes eingesammelt.
Das Vorgehen hat sich mittlerweile etabliert, generiert aber viel Arbeit. Seit 2023 werden im Nuoler Ried deswegen gewisse Parzellen als lückige Buntbrachen bewirtschaftet und so gepflegt, dass sie für den Kiebitz möglichst attraktiv sind. Weil die sogenannten Kiebitzförderflächen während der Brutzeit nicht bearbeitet werden, entfällt das Suchen und Schützen von Nestern und Küken. Darüber hinaus locken die bunt blühenden Flächen Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten an und bieten vielen verschiedenen Tieren Schutz, Nahrung und Lebensraum. So konnten in den letzten Jahren zum Beispiel seltene Vogelarten wie die Grauammer, Feldlerchen und Wachteln in den Brachen beobachtet werden.
Umweltdepartement
Elena Gimmi
Fachbereich Natur und Landschaft
+41 41 819 18 39
(erreichbar: Donnerstag, 11. September 2025, 10.30 - 11.30 Uhr)