Wie eine Karte den Streit ums Schwyzer Rathaus entschied
Vortrag im Bundesbriefmuseum in Schwyz
Im Bundesbriefmuseum findet am Wochenende ein Vortrag der Reihe «4 x Schweizergeschichte» statt. Thema ist der sogenannte Nideröstplan, der 1746 einen Rechtsstreit entschied.
Seit dem Spätmittelalter werden Karten bei Konflikten als Beweismittel verwendet, vor allem, wenn es um Grenzen oder Nutzungsrechte ging. Ab dem 18. Jahrhundert nimmt die Produktion von Karten stark zu – das zeigt auch ein Blick in die Bestände des Staatsarchivs Schwyz. Einer der Produzenten solcher Karten war der Artillerie-Hauptmann und Universalgelehrte Jost Rudolf von Nideröst, aus dessen Hand zahlreiche Karten überliefert sind. 1746 zeichnete Nideröst sein berühmtestes und eindrücklichstes Werk: einen Plan des Fleckens Schwyz – den sogenannten Nideröstplan. In den 1870er-Jahren schickte der Schwyzer Regierungsrat diesen Plan sogar ans Bundesgericht in Lausanne. Damit sollte endlich geklärt werden, wem eigentlich das Rathaus sowie weitere Gebäude und Einkünfte gehörten.
In seinem Vortrag rollt der Historiker Ralph Ruch diesen Streit um das Rathaus neu auf und beleuchtet, welche Bedeutung dem Plan in diesem Rechtskonflikt zukam. Der Vortrag findet im Bundesbriefmuseum in Schwyz statt und wird zwei Mal angeboten: am Freitag, 16. Januar, um 17.30 Uhr und am Samstag, 17. Januar, um 10.15 Uhr. Die Teilnahme ist frei.
Bundesbriefmuseum
Annina Michel
Leiterin Bundesbriefmuseum
+41 41 819 20 67