Mittelschulinitiativen
Die Kommission lehnt beide Initiativen ab und führt eine Grundsatzdiskussion
(KR/i) Die vorberatende kantonsrätliche Kommission für Bildung und Kultur lehnt beide Mittelschulinitiativen ab - je mit einem Minderheitsantrag. Während der Gegenvorschlag zur «Initiative für eine dezentrale Mittelschullandschaft», welche von einer mittelfristigen Zusammenführung der Kantonsschule Kollegium Schwyz und des Theresianums Ingenbohl ausgeht, abgelehnt wird, erhält der Gegenvorschlag zur «Initiative für eine faire Mittelschulfinanzierung», welcher eine Erhöhung des kantonalen Beitrags an die privaten Mittelschulen auf einen Betrag von Fr. 21'000.-- vorsieht, eine Zustimmung. Die Behandlung im Kantonsrat ist für die Dezembersession geplant.
Die kantonsrätliche Kommission unter dem Vorsitz von Kantonsrätin Marlene Müller-Diethelm hat am 2. November 2021 die beiden Volksinitiativen sowie die entsprechenden Gegenvorschläge des Regierungsrates intensiv diskutiert. Das Eintreten war für alle Teilnehmenden unbestritten. Von allen Fraktionen wurde jedoch signalisiert, dass die Meinungen innerhalb der einzelnen Parteien zu beiden Themen gespalten seien.
Mittelschulstruktur im inneren Kantonsteil unbefriedigend - Lösung liegt in besserer Zusammenarbeit
Dass insbesondere die aktuelle Situation der beiden Mittelschulen im inneren Kantonsteil (Kantonsschule Kollegium Schwyz und Theresianum Ingenbohl), welche wegen tiefer Schülerzahlen beide nicht ausgelastet sind, verbessert werden soll, ist unbestritten. Die Initiative, welche einen Fortbestand des jetzigen Zustandes fordert, wird denn auch abgelehnt, aber auch die Zusammenführung von zwei Schulen, so wie sie der Regierungsrat in seinem Gegenvorschlag aufzeigt, vermochte bei den Kommissionsmitgliedern nicht zu überzeugen und wird ebenfalls abgelehnt. Mit welcher Form von Zusammenarbeit die Qualität und ein ausgewogenes Angebot für die Schüler und Schülerinnen in den Regionen gewährleistet werden soll, darüber sind jedoch unterschiedliche Meinungen vorhanden.
Faire Mittelschulfinanzierung - Feld von unterschiedlichen Interessen
Bei der Diskussion zur «Initiative über eine faire Mittelschulfinanzierung» ging es primär um die künftige Höhe des Beitrages an die privaten Mittelschulen. Die Initiative, welche ein klares Bekenntnis für die privaten Mittelschulen fordert, diese finanziell völlig gleich behandeln will wie die kantonalen Mittelschulen und obendrein noch einen Investitionsbeitrag von rund Fr. 3'500.-- erhalten möchte, war umstritten und wurde abgelehnt. Im Zentrum stand die Frage, was an solchen privaten Mittelschulen noch ‘privat’ sei, wenn sie völlig öffentlich finanziert würden. Der Gegenvorschlag des Regierungsrates, ein erhöhter Pauschalbeitrag von Fr. 21'000.--, stützt sich insbesondere auf die kürzlich erstellte Kostenerhebung an allen fünf Mittelschulen, vergleichbare Schulgeldabkommen und der Beitragshöhe vor dem Entlastungsprogramm 2014-2017 ab. Diesem Gegenvorschlag wurde zugestimmt.
Die Behandlung der zwei Mittelschulinitiativen im Kantonsrat ist für die Dezembersession vorgesehen.
Kantonsrat
Kommission für Bildung und Kultur
Auskunft: Kantonsrätin Marlene Müller-Diethelm, Präsidentin der Kommission für Bildung und Kultur, Tel. 079 207 29 80