Zusätzliche Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen in Brunnen geplant
Kantonaler «Sonderstab Ukraine» weiterhin regelmässig im Einsatz
(VD/i) Die Bewältigung der Flüchtlingswelle, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde, stellt vor allem grosse Herausforderungen bei der Bereitstellung der Unterkünfte. Das Amt für Migration realisierte bereits eine befristete Zeltstadt in der ehemaligen «Landi» in Seewen. Aufgrund der anhaltenden Zuweisungen von Ukraine-Flüchtlingen in den Kanton, ist jetzt eine weitere temporäre Unterkunft für rund 80 Personen in Brunnen geplant.
Seit Kriegsausbruch vor rund zehn Monaten haben über 72'000 Personen aus der Ukraine Schutz in der Schweiz gesucht und erhalten. Davon sind rund 1050 Personen im Kanton Schwyz untergebracht. Aufgrund des anhaltenden Krieges ist auch in den nächsten Monaten mit weiteren Flüchtlingen aus der Ukraine zu rechnen. Der kantonale «Sonderstab Ukraine», dem Vertreter verschiedener Departemente angehören, trifft sich regelmässig, um die Lage über die verschiedenen Bereiche zu analysieren sowie Massnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu koordinieren und umzusetzen.
Unterbringungsmöglichkeiten stossen an Grenzen
Durch das grosszügige und konstruktive Zusammenspiel zwischen Anbietern privater Unterkünfte, kantonalen Durchgangszentren, Wohnungen auf Gemeindestufe und der Erschliessung zusätzlicher kantonaler und kommunaler Kollektivunterkünfte konnten im Kanton Schwyz bisher genügend Wohnplätze zur Verfügung gestellt werden. Es zeichnet sich allerdings ab, dass die kantonalen Möglichkeiten in absehbarer Zeit ausgeschöpft sein werden. Der «Sonderstab Ukraine» hat deshalb in seiner Notfallplanung verschiedene Möglichkeiten für weitere Unterbringungsplätze geprüft.
Als zusätzlich rasch umsetzbare sowie kostengünstige Lösung wird in der leerstehenden Industriehalle des Wohn- und Geschäftshauses an der Muotastrasse 2a, eine temporäre Unterbringung für rund 80 Personen entstehen. Die Eigentümerin, die Mechwerk AG, vermietet die Halle dem Kanton vorerst während eines Jahres. Die Gemeinde Ingenbohl wurde über die geplante Umnutzung vorgängig informiert. Als Standortgemeinde von kantonalen Unterbringungsplätzen erhält Ingenbohl für ihre besonderen Aufgaben während des Laufzeit des Betriebes eine Kompensation von -11 Personen auf den bestehenden Verteilschlüssel. Die temporäre Unterbringung wird voraussichtlich Anfang Februar 2023 zur Verfügung stehen und zu 100 % durch den Kanton finanziert. Diese zusätzlichen Unterbringungskapazitäten tragen dazu bei, die ukrainischen Flüchtlinge länger in den kantonalen Strukturen zu beherbergen und damit den Druck auf die Gemeinden zu verringern.
Sonderstab Ukraine
Auskunft: Regierungsrat Andreas Barraud, Vorsteher Volkswirtschaftsdepartement, Tel. 041 819 18 00 (erreichbar, 10.30 – 11.30 Uhr)