Das gesammelte Sonnenlicht 2024 ist nun flaschenweise erhältlich
Die Monate Juli und August lieferten nach, was der Mai und Juni vorenthalten hatten
Im vergangenen Jahr gab es mehr Sonne, als es uns die Erinnerung weismachen will. Deshalb reiften die Trauben gut heran, und die Arbeit im Weinkeller mit den frischen Weinen macht jetzt so richtig Spass.
Wer an letztes Jahr zurückdenkt, erinnert sich vermutlich vor allem an den übermässigen Regen. Dabei vergisst man aber die entscheidenden Pausen, welche den Wein dennoch gut gedeihen liessen. Da war zum Beispiel die Wärme im Februar und März. Dadurch war der Austrieb der Reben bereits Anfang April. Und genau in diesen ersten Apriltagen waren auch die Temperaturen sehr heiss, sogar um die zwanzig Grad. In der Grafik sieht man jedoch, dass die Temperatur im April im Vergleich zu den letzten dreissig Jahren durchschnittlich war. Dies ist nur so, weil im letzten Drittel des April wieder Temperaturen um null Grad und sogar Schnee zurückkamen. Die Schwyzer Trauben schrammten haarscharf an Frostausfällen vorbei, kamen aber glimpflich davon. Der durch die nochmals tiefen Temperaturen ausgelöste Stress liess die Reben etwas innehalten. So war die Blüte Mitte Juni nicht mehr verfrüht.
Der regenreiche Vorsommer im Mai und Juni war sehr herausfordernd für den Pflanzenschutz. Aber der warme Juli und der überdurchschnittlich sonnige August liessen die Trauben so gut reifen, dass die Reifewerte bei der Ernte vergleichbar waren mit denen der letzten Jahre. So kann man sich jetzt über die guten frischen Weine freuen. Galileo Galilei sagte einmal: «Wein ist in Wasser aufgelöstes Sonnenlicht». Für den Weinjahrgang 2024 heisst das: Die Reben sammelten alles Sonnenlicht des Jahres zusammen, lösten es im ausreichend vorhandenen Wasser auf und machten daraus das, was es heute ist: einen erfrischenden Wein, der die Strapazen des letzten Jahres wieder vergessen lässt.
Der neue Rotwein ist noch jung. Der Jahrgang 2024 ist eher leicht und zeichnet sich durch blumige und beerige Aromen aus. Die Nachfrage der Kundschaft geht in den letzten Jahren eher hin zu weissem Wein. Der Weisswein mit Jahrgang 2024 ist fruchtig, spritzig, mit einer angenehm knackigen Säure. Während es draussen aktuell wieder etwas kühlere Temperaturen gibt, kann man zum gemütlichen Raclette oder Fondue gemeinsam einen frischen Wein geniessen und darüber fachsimpeln, wer was herausschmeckt. Der Wein machts vor: Nur das Positive ins neue Jahr mitnehmen und die Schattenseiten vergessen.
Die Traubenernte in Zahlen
Die Weinlese begann bereits am 28. August mit der Sorte Solaris. Die Haupternte war im September, die letzten geernteten Schwyzer Trauben waren Cabernet Jura und kamen am 17. Oktober in den Keller. Die Oechsle-Werte lagen sowohl beim Blauburgunder als auch beim Riesling-Silvaner rund dreieinhalb Grad tiefer als das zehnjährige Mittel. Bei den roten Trauben wurde mit 131 448 kg so viel geerntet, wie im 10-jährigen Durchschnitt. Bei den weissen Trauben lag der Ertrag 10 % über dem 10-jährigen Mittel.
Amt für Landwirtschaft
Kathrin von Arx
Abteilung Beratung und Weiterbildung
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(erreichbar: Montag, 24. Februar 2025, 09.00 - 10.00 Uhr)