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Planung und Realisierung des Zubringers Freienbach

Der Regierungsrat unterbreitet dem Kantonsrat eine Ausgabenbewilligung von 189 Mio. Franken

Die Visualisierung zeigt den Bereich Westportal - Wilenstrasse.

Die Zuständigkeit für den Ausbau des Autobahnanschlusses Schindellegi zu einem Vollanschluss liegt beim Bundesamt für Strassen (ASTRA). Für die Planung und Realisierung des erforderlichen neuen Zubringers zum Autobahnvollanschluss zeichnet der Kanton verantwortlich. Das Kantonsstrassenprojekt «Zubringer Freienbach» besteht aus drei Projektteilen, wobei die Neubaustrecke mit einem rund 900 m langen Tagbautunnel zwischen dem Autobahnanschluss und der bestehenden Wilenstrasse im Gebiet Chrummen das zentrale Element bildet. Für das Gesamtprojekt beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Ausgabenbewilligung von 189 Mio. Franken.

Der gesamte Bezirk Höfe und insbesondere die Dorfkerne von Pfäffikon und Wollerau leiden unter teils hohen Verkehrsbelastungen. Der Kanton startete deshalb Mitte der 2000-er Jahren Planungsarbeiten für einen neuen Autobahnzubringer und beantragte auf Basis eines Zweckmässigkeitsberichts 2012 beim ASTRA den Ausbau des Halbanschlusses Schindellegi zu einem Vollanschluss.

Bekenntnis zur Realisierung des Zubringers
Die Zuständigkeit für den Ausbau des Autobahnanschlusses liegt beim ASTRA. Dieses überarbeitet derzeit das im Jahr 2016 gestartete Generelle Projekt, erwartet vom Kanton Schwyz jedoch ein grundlegendes Bekenntnis zur Realisierung des Autobahnzubringers vor Einreichung des Generellen Projekts beim Bundesrat. Mit der vorliegenden Ausgabenbewilligung soll einerseits dieses Bekenntnis final abgegeben werden. Anderseits soll damit in einem frühen Zeitpunkt, bevor weitere umfangreiche Untersuchungs- und Planungskosten verursacht werden, die (politische) Gewissheit geschaffen werden, dass das Projekt tatsächlich realisiert werden soll.

Gestützt auf die beschlossene Vorwärtsstrategie bei kantonalen Strassenbaugrossprojekten entschied der Regierungsrat im Juni 2022, das Projekt eines neuen Zubringers Freienbach als vollständiges Kantonsstrassenprojekt in Tiefenlage mit Tagbautunnel weiterzuverfolgen. Dies, weil er eine kostenmässig zwar günstigere offene Linienführung im fraglichen, noch weitgehend unverbauten Gebiet und damit eine (weitere) Zerschneidung der Landschaft mit entsprechendem Kulturlandverlust im vom Infrastrukturdruck bereits stark betroffenen Bezirk Höfe politisch kaum als gewollt und mehrheitsfähig einstufte. Von diesem Strassengrossprojekt profitieren aber nicht nur die Gemeinde Freienbach und der restliche Bezirk Höfe, sondern dank der Festigung der Standortattraktivität dieser finanzkräftigen Region sowie dem neuen Autobahnanschuss an der H8 von und nach Zürich letztlich auch der gesamte Kanton.

Kantonsstrassenprojekt mit drei Projektteilen
Die geplante Neubaustrecke zwischen der bestehenden Wilenstrasse im Gebiet Chrummen und dem Autobahnanschluss weist eine Länge von rund 1.2 km auf, wovon der Tagbautunnel ca. 900 m ausmacht, und wird beidseitig mit neuen Kreiseln angeschlossen. Bestandteil des Kantonsstrassenprojekts sind auch die Sanierung und der Ausbau der Wilen-/Wolleraustrasse zwischen dem bestehenden Kreisel Freienbach und dem neuen Anschlusskreisel des Autobahnzubringers sowie verkehrslenkende flankierende Massnahmen auf der Schindellegistrasse und gegebenenfalls auf der Leutschenstrasse.

Für das Gesamtvorhaben beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Ausgabenbewilligung von 189 Mio. Franken. Aufgrund der Projektgrösse und der Abhängigkeiten zum Projekt «Ausbau Autobahnanschluss Schindellegi» des ASTRA wird die Ausgabenbewilligung auf Basis des Vorprojekts (Kostengenauigkeit ± 20 %) beantragt, was bedeutet, dass der genannte Betrag auch eine Reserve von insgesamt 31.5 Mio. Franken beinhaltet. Getragen werden diese Mittel aus der Spezialfinanzierung Strassenwesen, welche aus den Motorfahrzeugsteuern und weiteren zweckgebundenen Beiträgen gespeist wird. Diese weist per Ende 2024 einen Bestand von 287 Mio. Franken auf.

Weiteres Vorgehen
Nach Erteilung der Ausgabenbewilligung durch den Kantonsrat und gegebenenfalls deren Genehmigung durch die Stimmberechtigten bei einem Referendum werden als nächste Schritte das eigentliche Bauprojekt inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und die notwendige Raumausscheidung erarbeitet sowie der erforderliche Land- und Rechtserwerb getätigt. Das Bauvorhaben wird später zeitgleich mit dem ASTRA-Projekt öffentlich aufgelegt. Dies dürfte frühestens im Jahr 2028 der Fall sein. Der Beginn der rund fünf Jahre dauernden Bauarbeiten kann heute noch nicht präzis vorausgesagt werden, dürfte im Idealfall aber etwa ab 2031/2032 realistisch sein. Da das Kantonsstrassenprojekt «Zubringer Freienbach» direkt vom Ausbau des Autobahnanschlusses Schindellegi abhängig ist, kann das Gesamtvorhaben nur realisiert werden, wenn für beide Teilprojekte eine rechtsgültige Genehmigung vorliegt.

Die Bewilligung und Umsetzung dieses Grossprojekts werden also noch eine beträchtliche Zeitdauer in Anspruch nehmen und beinhalten auch noch einige Unwägbarkeiten. Das bedeutet aber nicht, dass mit den weiteren Planungs-, Bewilligungs- und allfälligen Rechtsverfahren noch länger zugewartet werden soll, weil diese eben notwendig sind, um das angestrebte Ziel mit einem Autobahnvollanschluss Schindellegi inklusive leistungsfähigem Zubringer in den nächsten Jahren nun Schritt für Schritt erreichen zu können.

Baudepartement


Regierungsrat André Rüegsegger
Vorsteher Baudepartement
+41 41 819 25 00


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