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Öffentlicher Verkehr im Fokus der kantonsrätlichen Kommission

Ausgebautes Angebot des öffentlichen Verkehrs und verstärkter Einsatz von E-Bussen

Die Kommission für Raumplanung, Umwelt, Energie und Verkehr unter der Leitung ihres Präsidenten, Kantonsrat Samuel Lütolf, befasste sich mit dem Gesamtsystem des öffentlichen Verkehrs im Kanton Schwyz. Die Sitzung diente dem Informationsaustausch im Hinblick auf zukünftige Beratungen in der Kommission. Alle vier Jahre legt der Kantonsrat das Grundangebot des öffentlichen Verkehrs fest. Zudem beschliesst er die Kantonsbeiträge an die Busdrehscheiben von kantonaler Bedeutung.

Derzeit umfasst das kantonale Grundangebot des öffentlichen Verkehrs 51 abgeltungsberechtigte Linien: Zwölf Bahnlinien, 37 Buslinien und zwei Bergbahnen. Wie Markus Meyer, Vorsteher des Amts für öffentlichen Verkehr ausführte, überschreiten mehr als die Hälfte dieser Linien die Kantonsgrenzen. Sie gewährleisten eine nahtlose Anbindung an die sieben Nachbarkantone sowie das schweizerische Verkehrsnetz. Der Kanton als Besteller des Grundangebots beteiligt sich zusammen mit dem Bund, den Bezirken und Gemeinden an den ungedeckten Kosten. In den vergangenen Jahren wurde das Grundangebot ausgebaut und optimiert. Durch das attraktive Angebot wird der öffentliche Verkehr verstärkt genutzt, was zur Entlastung des Strassennetzes beiträgt. Anlässlich der Sitzung konnten zahlreiche Fragen der Kommissionsmitglieder beantwortet werden, auch im Hinblick auf die Ausgestaltung des nächsten Grundangebotes 2029-2032, das vom Kantonsrat Ende 2027 verabschiedet werden soll. Die Kommission wünscht, frühzeitig über die Kostendeckungsbeiträge der verschiedenen Linien, insbesondere der neuen Angebote, in Kenntnis gesetzt zu werden.

Vermehrter Einsatz von E-Bussen
Der zweite Schwerpunkt der Kommissionssitzung bildete ein Postulat, welches eine Initiative für E-Busse fordert. Die Grundlage für die regierungsrätliche Antwort bildet ein externes Gutachten, welches zum Schluss kommt, dass batterieelektrische Busse im Vergleich zu alternativen Antriebstechnologien derzeit ökonomisch und ökologisch vorteilhaft sind. Bei der Dekarbonisierung des strassengebundenen öffentlichen Verkehrs will der Regierungsrat laut Baudirektor André Rüegsegger einen flexiblen Ansatz verfolgen. Bei bevorstehenden Fahrzeugbeschaffungen bei den Transportunternehmen setzt der Regierungsrat auf eine systematische Analyse, eingebettet in die Planung des Grundangebots. Zu berücksichtigen sind laut Roland Iten vom Amt für öffentlichen Verkehr zahlreiche Aspekte wie die Anschaffungs- und Betriebskosten sowie technische Fragen. In technischer und operativer Hinsicht ist beispielsweise zu klären, ob die aktuellen Reichweiten der Batterien für die jeweiligen Buslinien geeignet sind. Bereits heute sind bei den Schwyzer Transportunternehmen E-Busse im Einsatz. Die Umstellung von fossiler auf karbonfreie Antriebstechnik schreitet sukzessive voran.

Erfahrungen aus der Praxis
Abschliessend stellte Direktor André Diethelm die Auto AG Schwyz (AAGS) vor. Die AAGS betreibt die Buslinien im inneren Kantonsteil mit 153 Mitarbeitende. Auf einer Streckenlänge von 245 Kilometern mit 279 Haltestellen werden jährlich 5.4 Mio. Fahrgäste befördert – Tendenz steigend. Patrick Schnellmann, stellvertretender Direktor und Leiter Produktion, führte weiter aus, dass die AAGS überdurchschnittliche Qualität in praktisch allen Bereichen ausweisen kann. Eine Herausforderung stellt der Fachkräftemangel dar. Aus diesem Grund setzt die AAGS stark auf die eigene Ausbildung.

Die Kommissionsmitglieder zusammen mit Baudirektor André Rüegsegger und Geschäftsleitung der AAGS.

Kantonsrat
RUVEKO


Samuel Lütolf
Präsident RUVEKO
+41 79 771 96 69

 


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