Navigieren im Kanton Schwyz

Luchs

Junger Luchs durch Fotofalle im Kanton SZ erfasst
Junger Luchs durch Fotofalle im Kanton SZ erfasst. Quelle: AWN, Schwyz.

Der eurasische Luchs (Lynx lynx) gehört zu den Katzenartigen und ist geschützt. 80 Jahre nachdem der letzte Luchs in der Schweiz erlegt wurde, begann 1971 eine aktive Auswilderung von Einzeltieren. Die Hauptbestandteile seines Nahrungsspektrums sind das Reh und die Gämse, die schweizweit vorkommen. Im Gegensatz zu Wölfen sind Luchse aufgrund ihres Territorialsystems konservativ und ihre beschränkte Bereitschaft Wanderbarrieren zu überwinden, hemmt eine selbstständige Wiederbesiedlung. Ausführliche Informationen über den Luchs: Website KORA Artenportrait Luchs

In der Schweiz haben sich mittlerweile zwei Populationen (Jura und Alpen) etabliert. Angaben über die Anzahl Luchse sind aufgrund der Überwachungsmethodik und der hohen Sterblichkeit der Jungtiere schwierig zu berechnen.

Erscheinung

Grundsätzlich ähnlich einer Katze, aber hochbeiniger mit Ohrpinsel, Backenbart und kurzem Schwanz. Fell grau bis rötlich mit schwarzen Flecken. Schulterhöhe bei 50 bis 60 cm.

Spuren

Zeichnung von Luchsspuren mit Grössenangaben.
Zeichnung von Luchsspuren mit Grössenangaben. Quelle: KORA.

Trittsiegel rund und ohne sichtbaren Krallen, da einziehbar (Katzenartigen). Zehenballen asymmetrisch angeordnet. Durchmesser zwischen 7 und 9 cm.

Situationsberichte

Situation 2025

Im Jahr 2025 erfolgte das Luchsmonitoring im Kanton überwiegend opportunistisch, das heisst ohne ein spezifisch auf den Luchs ausgerichtetes Monitoringkonzept wie im Winter 2024. Dennoch konnte im Vergleich zu den Vorjahren eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Nachweisen dokumentiert werden.

Beifang

Ab April 2025 wurde auf den Gemeindegebieten von Schübelbach und Vorderthal ein dichtes Netz von Fotofallen installiert. Anlass dafür war der Verdacht auf eine mögliche Rudelbildung von Wölfen in diesem Raum. Die Platzierung und Ausrichtung der Kameras erfolgte entsprechend den Anforderungen des Wolfsmonitorings.

Als Beifang ergaben sich mehrere Nachweise eines adulten Luchsindividuums im genannten Gebiet. Aufgrund der wiederholt aufgesuchten, identischen Standorte ist davon auszugehen, dass es sich in allen Fällen um dasselbe Individuum handelte. Eine individuelle Identifikation anhand des Fellmusters könnte diese Annahme bestätigen oder weitere Erkenntnisse ergeben. Zusätzlich lieferte das kantonsweite Rothirschmonitoring weitere Bildnachweise.

Meldungen

Weitere Hinweise auf die Präsenz des Luchses wurden durch private Fotofallenbetreiber sowie durch die Dokumentation von Wildtierrissen erbracht. Diese ermöglichten eine weiträumigere Betrachtung des Vorkommens, insbesondere in der Wildregion Mitte. Dank dieser gesicherten Belege konnte die Anzahl bestätigter Nachweise im Jahr 2025 gegenüber den Vorjahren gesteigert werden.

Interpretation

Die dokumentierten Nachweise verteilen sich über eine Höhenspanne von mehr als 1'000 Metern und konzentrieren sich räumlich auf die Bezirke March und Einsiedeln.

Die vorliegenden Präsenznachweise deuten nicht zwingend auf eine dauerhafte Ansiedlung oder auf Reproduktion hin. Entsprechende Schlussfolgerungen lassen sich erst bei wiederholten Nachweisen an denselben Standorten über längere Zeiträume ziehen. Eine sichere Feststellung sesshafter Individuen ist erst durch die Identifikation anhand hochauflösender Bildaufnahmen möglich. Dieses Vorgehen steht derzeit noch aus.

Aus diesem Grund sollen auch im Jahr 2026 weiterhin opportunistisch Daten zur Präsenz des Luchses erhoben werden.

Luchs CELO

Der im Mai 2024 ausgewilderte und zuvor verwaiste Luchs CELO wurde bis Anfang 2025 mittels GPS-Halsband überwacht. Das Halsband löste sich zu Beginn des Jahres, womit keine weiteren Telemetriedaten zu Aufenthaltsorten oder Wanderbewegungen zur Verfügung standen. Im August 2025 konnte CELO mittels Fotofalle nachgewiesen werden. Seit diesem Zeitpunkt liegen keine weiteren Hinweise zu seinem Aufenthaltsort vor.

Situation 2024

Luchs B1076. Quelle: KORA
Luchs B1076. Quelle: KORA

Im Rahmen des Luchs-Monitorings der Stiftung KORA wurde im Winter 2023 / 2024 zum ersten Mal ein Monitoring in der Zentralschweiz Ost (Kompartiment IIIc) durchgeführt. Das Referenzgebiet erstreckt sich über Flächen in den Kantonen Schwyz, Glarus, Uri und Zug. An insgesamt 84 Standorten und für einen Zeitraum von 60 Tagen wurden Fotofallen aufgestellt. Die Resultate liegen vor.

Im Mai 2024 erfolgte in Zusammenarbeit mit KORA die Freilassung von zwei verwaisten Luchses, die Arco und Celo genannt wurden. Beide wurden mit einem Sender ausgestattet, um sie wissenschaftlich zu überwachen.

Anfang August 2024 wurde aufgrund der GPS-Position des Luchses «Arco» festgestellt, dass er vom Rätschtal herkommend zum Chupferberg/Muotathal abgewandert war. Zwischen dem 11. und 16. August 2024 riss er insgesamt neun Schafe im Gebiet Chupferberg, ohne diese zu nutzen. Offensichtlich hatte sich der Luchs auf Nutztiere spezialisiert. Ein solches Verhalten ist atypisch und konnte so nicht hingenommen werden. In Absprache mit KORA erhielt die Abteilung Jagd und Wildtiere noch am 16. August 2024 die Bewilligung vom BAFU zum Abschuss von Arco, um weiteren Schaden an Nutztieren zu verhindern. Nach Vorliegen der Abschussverfügung und bis zum Abschuss am 27. August 2024 war die Wildhut jede Nacht im Einsatz. Obwohl das Tier ein Halsband zur Positionsbestimmung trug, war seine genaue Ortung schwierig, da der Sender lediglich alle sechs Stunden und nur bei ausreichendem GPS-Empfang die Position übermittelte. Nach elf Nächten konnte «Arco» mit einem Schuss erlegt werden. Noch am Vormittag wurde das Tier ins FIWI nach Bern transportiert und zur Untersuchung für die notwendigen tierpathologischen Befunde abgegeben.

Situation 2023

Luchs-Hinweise 2023
Luchs-Hinweise 2023 im Kanton Schwyz

Die Hinweise einer Luchspräsenz im Kanton Schwyz stammen aus Meldungen, die zufällig erhoben wurden, wie Spurenfunde und gerissene Wildtiere, sowie aus Fotofallen des Rothirschmonitorings (siehe Projekte). Vor allem Bilder aus Fotofallen liefern einen sicheren Beweis und ermöglichen anhand des Fellmusters eine Identifikation des Individuums. Die gesammelten sicheren Hinweise in den letzten Jahren deuten auf eine Anwesenheit von Luchsen im mittleren und äusseren Kantonsteil hin.

Im Herbst 2023 wurde im Kanton Obwalden ein junger Luchs und im Kanton Schwyz zwei Jungtiere als Waisen aufgegriffen. Die drei Tiere wurden in der Auffang- und Pflegestation des Tierparks Goldau aufgenommen und versorgt. Die beiden Luchse aus dem Kanton Schwyz stammen von einem Vater aus der Jura-Population ab und gelten daher als genetisch besonders wertvoll für die Diversität der Alpenpopulation.

Diese Seite drucken oder teilen:

  • Seite drucken